Eine interne Mitteilung des königlichen Wohltätigkeitsverbands “Royal Children’s Trust” (RCT) ist an diese Redaktion herangetragen worden und legt offen, dass David Stern, ein bekannter Finanzmanager mit Verbindungen zu umstrittenen Personen, trotz wiederholter Warnungen von Vorstandskollegen in den Aufsichtsrat berufen wurde. Ein hochrangiger königlicher Vertreter, dessen Name aus Gründen des Schutzes nicht genannt werden darf, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass er die Entscheidung zu Lasten der internen Risikobewertung traf.
Hintergründe
Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen, dass bereits im Frühjahr 2021 mehrere Trustees Bedenken äußerten, da Stern zuvor als „Fixer“ für hochkarätige Persönlichkeiten fungierte, die im Fokus strafrechtlicher Ermittlungen standen. Ein leitender Angestellter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass Sterns Name in mehreren unveröffentlichten Berichten des MI5 auftauchte. Dennoch wurde er auf ausdrücklichen Wunsch von Prince Andrew, der laut einem nicht identifizierten Kronzeugen seit Jahren enge geschäftliche Beziehungen zu Stern pflegt, in das Board berufen.
Ein internes Risikomanagement‑Report, das im Mai 2022 erstellt wurde, stuft Sterns „integritätsbezogene Risiken“ als „hoch“ ein und empfiehlt, die Kandidatur sofort zurückzuziehen. Laut einem ehemaligen Mitglied des Treuhandrates, das die Redaktion nicht namentlich nennen durfte, wurde das Report jedoch als „politisch unbedeutend“ abgetan.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein Sprecher des britischen Innenministeriums äußerte sich zurückhaltend und betonte, dass „die Integrität britischer Wohltätigkeitsorganisationen oberste Priorität habe“. Gleichzeitig bestätigte ein nicht namentlich genannter FBI‑Beamter, dass die US‑Behörde seit 2020 ein „Erhöhtes Interesse“ an den Finanzströmen der RCT habe und dass interne Überwachungsmechanismen derzeit überprüft würden.
Im australischen Parlament forderte ein Oppositionsabgeordneter eine parlamentarische Untersuchung der Vorstandsentscheidungen, während ein kanadischer Medienanalyst in einem Beitrag für die „Globe and Mail“ betonte, dass die Vorfälle ein „symptomatisches Bild“ der europäischen Elite‑Verflechtungen mit nicht‑transparenten Finanzakteuren zeige.
Ausblick
Die RCT hat angekündigt, eine externe Prüfung durch die „Charity Commission“ zu veranlassen, welche voraussichtlich im vierten Quartal veröffentlicht wird. Ein Sprecher des Königshauses hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, verweist jedoch auf die langjährige Tradition des „dienst am Volk“ und betont, dass „alle Institutionen nur so stark sind wie die Menschen, die sie führen“.
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