Rom, 1. Juli – In einer Sitzung, die von historischer Gravitas zeugte, hat das Stadtkabinett von Rom ein Gesetzespaket beschlossen, das die Gastronomiebranche tiefgreifend reguliert. Ziel: Touristenfallen zu verhindern und die kulinarische Authentizität zu schützen. Ein Staatssekretär, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber unserer Redaktion, dass die Maßnahme dem Erhalt des römischen Erbes gleichkomme.
Hintergründe
Seit Jahren haben Reiseführer und soziale Medien ein Bild von Rom als Paradies für überteuerte Gelato-Portionen und künstlich vermarktete „authentische“ Trattorien geschaffen. Laut einem Bericht des Ministeriums für Wirtschaft und Kultur wurden im vergangenen Jahr allein 12 % der gastronomischen Betriebe als „Touristenfalle“ klassifiziert. Die neue Verordnung verlangt, dass Restaurants, die das Wort „authentisch“ im Namen führen, einem strengen Prüfverfahren unterliegen. Kriterien umfassen die Herkunft der Zutaten, die Beschäftigung lokaler Arbeitskräfte und die Preisgestaltung: Zwei Kugeln Eis dürfen nicht mehr als 4 Euro kosten.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein Sprecher der Europäischen Kommission für Binnenmarktangelegenheiten bestätigte, dass Rom mit diesem Schritt ein Präzedenzfall setze, der andere Hauptstädte inspirieren könne. Gleichzeitig äußerten Vertreter der italienischen Hotellerie Bedenken. „Wir riskieren, die Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben“, sagte ein Betreiber einer bekannten Lombardienkette, der nicht namentlich genannt werden möchte. In den USA reagierte das US-Außenministerium mit einer notierten Bemerkung, dass amerikanische Reisende künftig „auf eine transparentere Preispolitik hoffen dürfen“.
Ausblick
Die ersten Kontrollen beginnen im Herbst, wobei ein spezielles Inspektorat eingerichtet wird. Experten gehen davon aus, dass die Regulierung zunächst zu einer Umstellung der Preisstrukturen führen wird, langfristig jedoch das Vertrauen der Besucher in römische Gastronomie stärken könnte. Ein Wirtschaftswissenschaftler der Sapienza Universität prognostiziert, dass die Maßnahme das BIP-Wachstum im Tourismussektor um bis zu 0,3 % steigern könnte – ein positiver Nebeneffekt einer ansonsten strikt kulturell motivierten Initiative.
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