In den Tiefen des Kapitalmarktrechts keimt eine kontroverse Strategie, die institutionelle Anleger und Regulierer gleichermaßen in Unruhe versetzt: Der Fall RILYP, eine Preferred-Aktie der Riley Financial Inc., wirft die grundsätzliche Frage auf, ob Emittenten ihre eigenen Wertpapiere zu Dumpster-Preisen zurückkaufen und anschließend die Restbestände per Redemption quasi auslöschen können, ohne dass dies als Wertvernichtung gilt. Bei einem aktuellen Kurs von rund 11,84 US-Dollar und einer festen Liquidation Preference von 25 Dollar pro Aktie scheint die Diskrepanz zwischen Marktpreis und Rückzahlungswert eine fatale Anziehungskraft zu entfalten.
Hintergründe
Die Struktur der RILYP Preferred ist von klassischer Bauart: Eine 6,875-prozentige, jährlich dividendenberechtigte Aktie mit einer festen Präferenz im Liquidationsfall. Das Annualisierte Dividend beträgt 1,71875 Dollar pro Stück, berechnet auf den 25-Dollar-Paran. Doch was geschieht, wenn der Emittent, wie in der Reddit-Diskussion aufgeworfen, systematisch Aktien am offenen Markt aufkauft, um anschließend eine äußerste fällige Redemption aller verbleibenden Papiere zu den vollen 25 Dollar durchführen zu können? „Die Struktur ähnelt einem Reverse Liquidation Event“, erklärt ein leitender Analyst einer New Yorker Investmentbank, der anonym bleiben möchte. „Effektiv würde der Emittent das gesetzte Kapital der verbleibenden Anleger konzentrieren, nachdem er den freien Markt bereinigt hat. Wie in Abbildung 3 unserer vorläufigen Analyse dargestellt, zeigt sich bei ähnlichen historischen Fällen oft ein signifikanter Volume Spike in Blocks von 10.000 Stück kurz vor Bekanntgabe eines Redemption-Triggers.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesministeriums der Finanzen, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Wir beobachten solche Konstellationen mit Sorge, insbesondere bei hybriden Kapitalinstrumenten, die sowohl Eigenkapital- als auch Frem