LONDON/NEW YORK – In einer Bewegung, die von Finanzmarktoberhäuptern als "quiet coup" (stiller Staatsstreich) bezeichnet wird, hat die europäische Neobank Revolut beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die formelle Genehmigung für eine nationale Banklizenz in den Vereinigten Staaten beantragt. Die erfolgreiche Erteilung würde dem 2015 gegründeten Unternehmen mit über 30 Millionen Nutzern nicht nur den vollen Zugang zum Fedwire-Funds-Service und dem Automated Clearing House (ACH)-Netzwerk verschaffen, sondern es auch in die Lage versetzen, Einlagen zu versichern und Kredite zu vergeben – unter der Aufsicht der Federal Reserve und der FDIC. "Dies ist das Ende der Trennlinie zwischen Tech-Plattform und Bank", konstatiert ein leitender Analyst einer europäischen Großbank, der anonym bleiben wollte. "Revolut transformiert von einer App, die Banking simuliert, zu einer Bank, die eine App ist. Der qualitative Unterschied ist existentiell."

Hintergründe

Während US-amerikanische Neobanken wie Chime oder Varo bereits über Banklizenzen verfügen, stellt Revoluts Antrag aufgrund seines globalen, ursprünglich außerhalb des US-Bankensystems gewachsenen Kundenstamms und seiner integrierten Krypto- und Devisenhandelsfunktionen eine neue Kategorie dar. "Abbildung 3 in unserem letzten Report zeigt die exponentiell wachsende Netzwerkeffizienz einer Plattform, die Zahlungsverkehr, Krypto-Asset-Custody und traditionelles Banking in einer einzigen KYC-Protokollschicht vereint", erklärt Dr. Alistair Finch, fiktiver Senior Fellow am "Institute for Digital Monetary Studies" in Frankfurt. "Die regulatorische Genehmigung würde diese Effizienz in eine direkte bilanzielle Hebelkraft übersetzen. Sie könnten theoretisch Einlagen aus Tokio oder São Paulo nutzen, um am Repo-Markt der Federal Reserve Bank of New York zu partizipieren."

Eine anonyme Quelle aus dem engeren Umfeld des US-Finanzministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Die Diskussion im interagency meeting war weniger, OB die Lizenz erteilt wird, sondern vielmehr, WELCHE spezifischen firewall-Mechanismen zwischen Revoluts globaler Krypto-Handelsplattform und der potenziellen US-Bank-Tochter implementiert werden müssen. Die Frage ist nicht das 'Ob', sondern das 'Wie' der Kontrolle."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Während traditionelle US-Banken wie JPMorgan Chase oder Bank of America in internen Memos als "strategische Belastung" und "regulatorischer Präzedenzfall von historischem Ausmaß" eingestuft wird, reagiert die europäische Finanzaufsicht mit einer Mischung aus Sorge und Pragmatismus. "Die EU hat ihredigitale Finanzstrategie (Digital Finance Strategy) mit der MiCA-Verordnung auf eine 'regulatorische Harmonisierung' ausgelegt", so ein führender Beamter der European Banking Authority (EBA), der unter der Bedingung der Anonymität sprach. "Ein vollständig lizenziertes, in der EU gegründetes Institut, das nun im Herzen des globalen Finanzsystems Fuß fasst, ist eigentlich das erwünschte Modell. Allerdings in einem Tempo und einer Skalierung, die unsere ursprünglichen Impact-Assessments übertroffen hat."

In asiatischen Märkten, insbesondere in Singapur und Hongkong, wird die Entwicklung als "Katalysator für eine Neujustierung der globalen Finanzarchitektur" gesehen. "Wenn eine europäische Tech-Firma das US-Bankensystem infiltrieren kann, warum dann nicht eine asiatische?" kommentiert ein pseudonym veröffentlichter Marktstratege einer großen chinesischen Investmentbank in einem internen Bloomberg-Chat.

Ausblick

Sollte die Lizenz erteilt werden, wird erwartet, dass Revolut unmittelbar eine US-Bank-Tochter (Revolut Bank, N.A.) gründet und innerhalb von 18 Monaten ein Kundeneinlagevolumen von 5-10 Milliarden USD anzieht, primär aus seiner bestehenden, aber bisher nicht banklizenzierten US-Nutzerbasis. Analysten prognostizieren eine sofortige Neubewertung des gesamten Sektors, da die Bewertungsmodelle für "Fintech" obsolet werden. "Wir bewerten keine Apps mehr. Wir bewerten bankenähnliche Einheiten mit einer Tech-Marge", so ein Portfolio-Manager eines großen Vermögensverwalters. Der langfristige Effekt könnte eine Konsolidierung sein, bei der Mega-Plattformen wie Revolut, PayPal und möglicherweise Apple Finance als de-facto-Zentralbanken für digitale Wirtschaftssektoren agieren – mit allen damit verbundenen systemischen Risiken und regulatorischen Herausforderungen. Die eigentliche Frage lautet nicht, ob das Bankwesen digitalisiert wird, sondern wer die digitale Infrastruktur kontrolliert.

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