Rep. Melanie Stansbury (D‑NM) hat in einem Interview mit der Anwältin und Journalistin Katie Phang vehement aufgefordert, dass das Justizministerium (DOJ) sowie das Federal Bureau of Investigation (FBI) endlich ihrer gesetzlichen Aufgabe nachkommen und die bislang zurückgehaltenen Epstein‑Akten publik machen. Die Politikerin beschuldigte die Behörden, die Verantwortung auf die Überlebenden zu schieben, anstatt die eigenen Ermittlungsbefugnisse zu nutzen.

Hintergründe

Laut Dokumenten, die dieser Redaktion vorliegen, wurden seit 2019 mehrfach Anfragen an das DOJ gestellt, die eine vollständige Freigabe aller relevanten Unterlagen fordern. Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass interne Richtlinien eine „klassifizierte“ Bewertung der Akten verhindern, solange kein Gerichtsbeschluss vorliege. Gleichzeitig hob ein ehemaliger Mitarbeiter des Justizministeriums hervor, dass bereits mehrere interne Audits auf erhebliche Lücken in der Dokumentationskette verwiesen.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des US‑Justizministeriums wies darauf hin, dass das Ministerium „unter Berücksichtigung der Privatsphäre der Opfer“ handle und ein „schrittweises Freigabeverfahren“ plane. In Washington, D.C. äußerten diverse Menschenrechtsorganisationen, darunter das Center for Victim Advocacy, ihre Besorgnis über die anhaltende Verzögerung. Auf europäischer Seite hat ein Abgeordneter des Europäischen Parlaments, der anonym bleiben wollte, erklärt, dass die USA ein „Leuchtturm für Rechtsstaatlichkeit“ sein sollten und das Schweigen über die Akten „unvereinbar mit demokratischen Grundsätzen“ sei.

Ein Wirtschaftsanalyst aus dem Wall Street Journal argumentierte, dass die anhaltende Undurchsichtigkeit das Vertrauen in amerikanische Institutionen weiter erodieren könnte, während ein PR‑Berater aus London vermutete, dass die anhaltende Medienfokussierung „eine neue Welle von investigativem Journalismus“ entfachen könnte.

Ausblick

Die nächsten Schritte bleiben ungewiss. Ein Insider des FBI, der anonym blieb, deutete an, dass eine gerichtliche Anordnung zur Herausgabe der Akten innerhalb der kommenden sechs Monate erwartet werden könnte. Parallel dazu bereitet die Kongressabgeordnete Stansbury ein Gesetzentwurf vor, der dem DOJ verbindliche Fristen für die Freigabe von sensiblen Ermittlungsakten auferlegen würde.

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