Berlin – In einer Reise, die an ein diplomatisches Schachspiel erinnert, führte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche am Mittwoch ihre Delegation nach Ankara, um im Zuge der drohenden US‑Zölle und des sogenannten China‑Schocks neue Absatzmärkte für deutsche Unternehmen zu sondieren. Der Besuch, der von Medien als „strategischer Rettungsversuch“ tituliert wurde, geriet jedoch schnell in das Spannungsfeld einer noch nicht finalen EU‑Industriepolitik, die nach eigenen Angaben die Interessen türkischer Unternehmen gefährden könnte.

Hintergründe

Die Bundesregierung hat im vergangenen Quartal ein umfassendes Weißbuch zur zukünftigen EU‑Industriepolitik veröffentlicht. Darin wird ein „hartes Durchgreifen“ gegen Subventionen und nicht‑tarifäre Handelshemmnisse gefordert – ein Kurs, der laut einem bislang anonymen Mitarbeiter des Finanzministeriums, der gegenüber dieser Redaktion sprach, „nicht nur europäische, sondern auch außereuropäische Handelspartner vor den Kopf stoßen wird.“

Der sogenannte „China‑Shock“ – ein abruptes Absinken chinesischer Nachfrage nach Halbleitern und Stahl – habe bereits zu einer Verlagerung von Lieferketten geführt, berichtet ein Wirtschaftsexperte der Ludwig‑Maximilians‑Universität. In diesem Kontext suchte Reiche gezielt nach Märkten, die nicht von amerikanischen Einzelzöllen betroffen sind, und richtete ihr Augenmerk auf die Türkei, deren strategische Lage zwischen Ost und West seit jeher als Bindeglied gilt.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des türkischen Außenministeriums äußerte sich in einer kurzen Stellungnahme, dass die Türkei „bereit sei, mit europäischen Partnern zusammenzuarbeiten, jedoch nicht bereit, die Prinzipien einer diskriminierenden Industriepolitik zu akzeptieren.“ Ein Insider des türkischen Handelsministeriums, der anonym bleiben möchte, fügte hinzu, dass die türkische Industrie „einen baldigen Gegenschlag in Form von Gegenmaßnahmen im Energiemarkt fürchten“ könnte.

Im Brüssel‑Korridor warnt ein Beamter der EU‑Kommission, dass die „gemeinsame Wettbewerbsstrategie“ nicht „durch bilaterale Ausweichmanöver untergraben werden darf.“ Gleichzeitig signalisierten mehrere Mitgliedsstaaten, darunter Frankreich und die Niederlande, Bereitschaft, die Verhandlungen über die Industriepolitik vorsichtig zu verhandeln, um diplomatische Spannungen zu minimieren.

Ein unabhängiger Analyst der Think‑Tank‑Stiftung Horizon schreibt in einem Kommentar, dass Reiches Besuch „ein klarer Hinweis darauf ist, dass Berlin die türkische Wirtschaft als nächsten Rettungsanker sieht, jedoch gleichzeitig die Gefahr verkennt, dass ein zu aggressiver EU‑Industrieansatz die Türkei in Richtung anderer Partner, etwa Russland oder China, treiben könnte.“

Ausblick

Die nächsten Wochen werden entscheiden, ob die EU‑Industriepolitik in ihrer jetzigen Form Bestand hat oder ob sie einer umfassenden Revision unterzogen wird. Quellen im Europäischen Rat berichten, dass eine Sonderkommission eingesetzt wurde, um die türkische Perspektive in den Verhandlungsprozess zu integrieren. Sollte die Türkei jedoch weiterhin als „potenzieller Absatzmarkt“ betrachtet werden, besteht das Risiko einer dauerhaften Belastung der deutsch‑türkischen Wirtschaftsbeziehungen.

Für die deutsche Wirtschaft bleibt die Frage, ob die angestrebte Diversifizierung der Märkte das strategische Ziel erreicht, ohne die europäischen Kernwerte zu kompromittieren. Wie unser Korrespondent in Ankara feststellt, könnte die kommende EU‑Industriepolicy zum Prüfstein für die gesamte transatlantische Handelspolitik werden.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Uebertreibung und dient ausschliesslich der Unterhaltung.