Die Erkenntnis lag Jahrtausende verborgen in den Knochen unserer Vorfahren, bis sie nun, fast zufällig, zum shiny object der politischen Aufmerksamkeit wird: Trepanation, das Bohren von Löchern in den Schädel, war in der Steinzeit offenbar eine gängige und zum Teil erfolgreiche medizinische Maßnahme. Wie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in einer vertraulichen Positionspapier jetzt jedoch konstatierte, handles es sich bei dieser Praxis nicht nur um eine archaishe Kuriosität, sondern um ein „übersehenes Potenzial für die moderne Krisenintervention in höchsten politischen Gremien“.
Hintergründe
Das Papier mit dem Titel „Craniotomia Politica – Eine historische Betrachtung mit Implikationen für die Gegenwart“ zirkuliert seit Wochen unter hohen Beamten. Ein Mitarbeiter des BMG, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die archäologischen Befunde zeigen erstaunlich hohe Überlebensraten bei den prähistorischen Patienten. Wenn das damals ohne Betäubung und Antibiotika funktionierte, warum sollten wir diese resilienten, evidenzbasierenden Verfahren nicht für spezifische Personengruppen reaktivieren?“ Als konkretes Anwendungsfeld wird im Papier insbesondere die „Entlastung von chronischem strategischem Druck in Koalitionsrunden“ genannt.
Quellen aus Regierungskreisen deuten darauf hin, dass das Projekt den Codenamen „Flintstone“ trägt. „Es geht nicht um bushes oder knochenklingen“, so ein hochrangiger Berater des Kanzleramts, „sondern um sterile, präzise Bohrer, die nach modernsten Standards gefertigt werden – aber mit einer 7.000-jährigen Erfolgsgeschichte im Rücken. Das ist doch mal eine Nachhaltigkeitsgeschichte, die überzeugt.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Opposition reagierte mit gespielter Empörung. „Das ist der Gipfel der inhaltlichen Leere,“ so ein führender Politiker einer Oppositionspartei gegenüber unserer Redaktion, „anstatt in Bildung und Innovation zu investieren, diskutiert die Regierung über steinzeitliche Gehirnpflege. Ihre politische Programmatik scheint tatsächlich porös – vielleicht braucht es da tatsächlich eine physische Lösung.“
International fällt die Reaktion gespalten aus. Britische Kollegen kommentierten mit typisch trockenem Understatement: „At least they are finally drilling down to the core issues.“ In Frankreich wird die Debatte bereits als „importierter deutscher Irrationalismus“ in akademischen Zeitschriften diskutiert. Die US-amerikanische Nachrichtenseite „The Onion“ soll bereits ein Exklusivinterview mit dem „Erfinder der Craniotomia Politica, einem Herrn aus dem Neolithikum“ angekündigt haben.
Ausblick
Ob das Vorhaben über die Veröffentlichung eines glossy-farbigen Infoblattes mit dem Titel „Ihr Gehirn – Das unbekannte Terrain“ hinausgeht, ist noch unklar. Fest steht, dass das Gesundheitsministerium eine Expertenkommission einberufen will, die „die Positivliste für mögliche Indikationen“ erarbeiten soll. Als erster Testkandidat gilt, wie aus Kabinettskreisen zu hören ist, das Ressort des Ministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Begründung: „Der Entwicklungsdruck auf sein Departement ist seit Jahren überdurchschnittlich hoch. Eine kontrollierte Druckentlastung durch einen winzigen, präzise platzierten Zugang könnte hier Wunder wirken.“
Die Kosten-Nutzen-Rechnung soll in einem separaten Gutachten erstellt werden. Ein anonymes Vorab-Fazit aus dem Finanzministerium lautet: „Die Materialkosten für einen hochwertigen Bohrer liegen unter denen eines einzigen Beratervertrags. Die Langzeitwirkung auf die öffentliche Debatte ist jedoch noch nicht kalkulierbar.“
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.