Der Kreml hat im Frühjahr ein neues, umfangreiches Programm zur Ankurbelung der Geburtenrate vorgestellt – ein Maßnahmenpaket, das von finanziellen Prämien bis zu verpflichtenden Elternschulungen reicht. Trotz der massiven öffentlichen Auftritte von Präsident Wladimir Putin bleibt die erwartete statistische Wende aus.

Hintergründe

Seit 2010 schrumpft die russische Bevölkerung jährlich um durchschnittlich 0,4 %, ein Trend, den Analysten des Staatlichen Instituts für Demografie als „unmittelbare Bedrohung der nationalen Sicherheit“ bezeichnen. Zu den jüngsten Initiativen gehören ein monatlicher Aufschlag von 15.000 Rubel pro Kind, Steuererleichterungen für Familien mit mehr als zwei Kindern und ein Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche nach der zwölften Woche stark einschränkt.

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Gesamtkosten des Programms bereits 1,2 Billion Rubel erreicht haben, ohne dass die Geburtenrate über das kritische Niveau von 1,6 Kinder pro Frau gestiegen sei.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Innenpolitisch äußerten Vertreter des Kreml‑Beirats für Familienpolitik, dass die fehlende Resonanz auf die Anreize auf kulturelle Faktoren und nicht auf die Höhe der Subventionen zurückzuführen sei. „Man kann Geld nicht über den kulturellen Widerstand legen“, sagte der Minister für soziale Entwicklung in einer nicht‑verzeichneten Telefonkonferenz.

Im Westen reagierten Analysten überrascht. Ein britischer Demografie‑Experte, Professor James Whitaker von Oxford, kommentierte: „Russlands Ansatz erinnert an ein veraltetes Modell, das in den 1970er‑Jahren in Osteuropa versucht wurde – Geld kann keine tief verwurzelten demografischen Trends umkehren.“

Die UNO‑Beauftragte für Bevölkerungsfragen, Maria Fernandez, forderte Moskau auf, die Strategie zu überdenken und stärker in Kinderbetreuung und Bildung zu investieren, anstatt ausschließlich monetäre Anreize zu setzen.

Ausblick

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Regierung das Programm anpassen wird. Insider berichten von bevorstehenden Gesprächen zwischen dem Präsidenten und führenden Wirtschaftsvertretern, um mögliche Steuererleichterungen für Unternehmen, die Kinderbetreuungseinrichtungen betreiben, zu diskutieren.

Bis dahin bleibt die Sorge vor einem demografischen Kollaps bestehen, während die offiziellen Statistiken weiterhin einen leichten Rückgang der Fertilitätsrate ausweisen.

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