Ein kurzer Blick in die Akten der vergangenen Jahre wirft ein neues Licht auf den einst hochgelobten Investment‑Club „The Box“, der von dem Unternehmer Simon Hammerstein geleitet wurde. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass das Projekt „The Act“, ein kurzlebiges Unterhaltungs‑ und Casinounternehmen in Las Vegas, eng mit dem Club verknüpft war.
Hintergründe
Der Club, gegründet 2017, positionierte sich als exklusiver Treffpunkt für Prominente, Sportler und Finanzmagnaten, die gemeinsam in spezialisierte Start‑ups investieren wollten. Laut einem nicht namentlich genannten leitenden Beamten des Bundesfinanzministeriums wurde „The Box“ bereits im Frühjahr 2019 mit einem Kapital von rund 250 Millionen Euro ausgestattet. Das Projekt „The Act“ sollte laut interner Präsentation als „Innovationsmotor für die Unterhaltungsindustrie“ fungieren. Kurz nach dem Start scheiterte es jedoch an regulatorischen Hürden, und das Unternehmen ging im Dezember 2019 in die Insolvenz.
Ein externer Wirtschaftsanwalt, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass mehrere Investoren, die über „The Box“ beteiligt waren, zugleich als stille Gesellschafter in dem gescheiterten Casino‑Projekt auftraten. Weiterhin weise er darauf hin, dass die Finanzflüsse über ein Netzwerk von Offshore‑Holdinggesellschaften liefen, die in den Bahamas und Zypern registriert sind.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass US‑Ermittler die Dokumente seit Anfang 2024 prüfen. „Wir verfolgen sämtliche Verbindungen, die potenziell gegen US‑Finanzgesetze verstoßen“, erklärte er. Gleichzeitig äußerte ein Sprecher des britischen Finanzministeriums, dass das Vereinigte Königreich „die Vorgänge aufmerksam beobachtet und bei Bedarf eigene Ermittlungen einleiten wird“.
In Deutschland reagierte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit einer Warnung an Finanzinstitute, die in ähnliche transnationale Netzwerke investieren. Ein Sprecher des BSI erklärte: „Wir raten zur verstärkten Due‑Diligence, insbesondere bei Projekten, die über komplexe Holdingstrukturen laufen.“
Ausblick
Die weitere Aufklärung hängt maßgeblich von der Kooperation internationaler Aufsichtsbehörden ab. Ein Analyst der Ratingagentur „Global Insight“, der anonym bleiben wollte, prognostiziert, dass die Ermittlungen „weitere Enthüllungen über undurchsichtige Kapitalströme an den Tag legen könnten, die das Vertrauen in private Investmentclubs erschüttern.“
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