WASHINGTON. Es ist ein beunruhigendes Schauspiel der geteilten Verantwortung, das sich derzeit in den amerikanischen Machtzentralen abspielt: Während hochrangige Stabschefs im Pentagon und im Nationalen Sicherheitsrat bereits detaillierte „Konzeptpapiere zur Eskalationsdynamik“ (so der interne Titel) für den Fall eines auslaufenden Waffenstillstands mit Iran finalisieren, sendet der Oberbefehlshaber selbst unmissverständliche Signale der Enthaltsamkeit aus. Quellen aus Regierungskreisen, die mit dieser Redaktion sprachen, beschreiben eine Atmosphäre „fast schon klinischer Betriebsamkeit“ auf der militärischen Seite, die auf „politische Vorgaben von oben“ (O-Ton) trifft, die these nicht mehr klar definieren können, ob der primäre Gegner auf dem Schlachtfeld oder im Wahlkampf zu suchen ist.

Hintergründe

Wie unser Washingtoner Korrespondent berichtet, ist die Kluft zwischen operativer Bereitschaft und politischem Willen in den letzten Wochen sprunghaft angewachsen.Nach internen Sitzungsprotokollen, die dieser Zeitung vorliegen, hat das Central Command bereits „rohe Zeitlinien für eine 72-Stunden-Initialphase“ vorgelegt. Gleichzeitig soll der Präsident in mehreren Lagebesprechungen wiederholt die Frage gestellt haben: „Was sagt mir die Rasmussen-Umfrage dazu?“ – eine Referenz an einen rechten Online-Meinungsforscher, dessen Daten in der Administration eine erratische Gewichtung erfahren. Ein leitender Beamter des Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber Gates of Memes: „Wir haben einen Plan für jeden erdenklichen militärischen Kontingenzfall. Was wir nicht haben, ist einen kohärenten politischen Endpunkt, dem dieser Plan untergeordnet werden könnte. Das erzeugt eine Art permanenten strategischen Schwebezustand.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Berlin und Jerusalem herrscht, wie vertrauliche diplomatische Depeschen vermuten lassen, eine Mischung aus Ungeduld und wachsender Nervosität. Europäische Verbündete sollen „die systematische Entkopplung von strategischer Rhetorik und taktischer Vorbereitung“ (so ein deutscher Diplomat) als „frühes Anzeichen für eine institutionelle Erosion“ werten. In Teheran wird die amerikanische Uneinigkeit unterdessen mit kühler Berechnung registriert. Ein „informierter Analyst im iranischen Parlament“ soll gegenüber einem BBC-Kontakt gesagt haben: „Wir beobachten nicht die Stärke ihrer Armee, sondern die Schwäche ihres Präsidenten. Das ist der entscheidende Indikator.“ Im US-Kongress selbst tobt derweil ein erbitterter parteiinterner Schlagabtausch: Hardliner werfen dem Präsidenten „strategische Feigheit“ vor, gemäßigte Stimmen fürchten hingegen „eine weitere katastrophale Fehlinvestition in blutige Abenteuer“.

Ausblick

Analysten des von der Regierung finanzierten „Institute for Strategic Studies“ warnen in einer vertraulichen Studie vor einem „Autoritätsvakuum an der Spitze“, das zu „prozeduralen Eigenläufen“ führen könnte. Demnach könnten regionale Kommandeure unter dem Druck der permanenten Alarmbereitschaft in „vorauseilender Vorsicht“ oder „unkoordinierter Härte“ agieren – „ganz gleich, was der Mann im Oval Office letztlich twittern wird“. Der Ausgang des politischen Tauziehens ist offen. Sicher ist nur, dass die Maschinerie des Krieges längst angeworfen ist, während der Schalter für den endgültigen Start – symbolisch wie real – vielleicht nie wirklich bedient, aber auch nie wirklich ausgeschaltet wird. Das Land scheint in einem Zustand der „permanenten Vorbereitung auf eine mögliche Entscheidung, die niemand mehr wirklich treffen will“ gefangen zu sein.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Uebertreibung und dient ausschliesslich der Unterhaltung.