Washington – In einer für die amerikanische Wissenschaftsgemeinde schockierenden Verkündung löste Präsident Donald Trump heute die Verträge von vier Vorstandsmitgliedern der National Science Foundation (NSF) mit sofortiger Wirkung. Der Schritt, der von Experten als „unmittelbare Untergrabung der Forschungsautonomie“ bezeichnet wird, markiert den jüngsten Höhepunkt einer Reihe von Konfrontationen zwischen dem Weißen Haus und den institutionellen Hütern des Wissens.

Hintergründe

Die NSF, gegründet 1950, hat über die Jahrzehnte mehr als 30 % der weltweiten Grundlagenerforschung finanziert. Laut einem ehemaligen Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, spräche der Präsident „nachdrücklich“ davon, dass die Agentur zu stark von „elitärer Evidenz“ beeinflusst sei. “Wir benötigen ein Fundament, das den Puls der Volkswirtschaft spürt”, so ein Sprecher aus dem Amt des Präsidenten, der sich ebenfalls nicht namentlich nennen wollte.

Quellen aus Regierungskreisen berichten, dass die Entlassungen Teil eines umfassenden Plans seien, die Fördermittel künftig stärker an kurzfristige industrielle Erträge zu knüpfen. Ein unbestätigter Bericht des Office of Management and Budget legt nahe, dass bis zu 15 % des NSF-Budgets für Projekte mit unmittelbarem kommerziellen Nutzen umgeleitet werden könnten.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Wissenschaftlerin Dr. Elena Martínez, Vorsitzende der American Association for the Advancement of Science, äußerte „tiefe Besorgnis“ und verwies auf das Risiko eines „Wissensvakuums“, das die globale Führungsposition der USA gefährden könnte. In Berlin kritisierte ein Sprecher des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Maßnahme scharf: “Eine solche Intervention widerspricht den Prinzipien freier Forschung und könnte internationale Kooperationen gefährden.”

Auch in Peking meldete das Ministerium für Wissenschaft und Technologie seine „Enttäuschung“ über die „Unvorhersehbarkeit“ der amerikanischen Entscheidung, während Russland in einer offiziellen Mitteilung die „Notwendigkeit sah, alternative Finanzierungswege für grundlegende Forschung zu prüfen“.

Ausblick

Analysten des Center for Strategic and International Studies prognostizieren kurzfristig einen Rückgang der Antragseingänge bei der NSF um bis zu 30 %, da Forscher unsicher über die zukünftige Ausrichtung sind. Inmitten zunehmender Kritik plant das Weiße Haus laut einem Insider, im Sommer ein „Neues Innovationskomitee“ einzurichten, das die Auswahl von Projekten künftig ausschließlich nach wirtschaftlichen Schlüsselindikatoren beurteilen soll.

Ob die Maßnahme langfristig das angestrebte Ziel erreicht – eine beschleunigte, marktnahe Forschung – bleibt abzuwarten. Die nächsten Monate werden entscheiden, ob die USA damit ein neues Kapitel in der Geschichte der Wissenschaftsförderung aufschlagen oder ob das Vertrauen in nationale Forschungsinstitutionen irreparabel beschädigt wird.

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