Die Ankündigung, Olympische Spiele nach Nordrhein-Westfalen zu holen, wird von den Initiatoren nicht als sportliches Großereignis, sondern als quasi-messianischer Wendepunkt für die gesamte Region beschrieben. „Wir planen ein Olympia der Superlative, das Maßstäbe setzen wird für Nachhaltigkeit, für kurze Wege und für den Zusammenhalt“, erklärte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf einer Pressekonferenz, bei der die PR-Strategie für das bevorstehende Volksbegehren vorgestellt wurde. Die Zahl von 14 Millionen erwarteten Besuchern wurde mit der gebotenen Seriosität eines Wirtschaftsprognose-Berichts in den Raum gestellt. Doch während die Vision einer „nachhaltigen Olympiade“ in den Pressemappen glänzte, rückte auf der selben Veranstaltung eine ganz andere Zahl in den Vordergrund: die notwendige Mehrheit im anstehenden Bürgerentscheid.
Hintergründe
Das „Breite Bündnis“ aus Wirtschaft, Sport und Politik operiert mit einer Dualität aus apokalyptischer Dringlichkeit und selbstverständlicher Überlegenheit. „Wer dagegenstimmt, stimmt gegen den Fortschritt NRWs“, ließ sich ein Sprecher des LandesOlympia-Büros in einem vertraulichen Briefing zitieren. Die Originalmeldung der „Frankfurter Allgemeinen“ über die 14 Millionen Besucher und die „Spiele der Superlative“ wurde in den Ministerien als faktische Grundlage genommen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die Kalkulation basiert auf konservativen Wachstumsmodellen. 14 Millionen sind das Minimum, um die infrastrukturellen Investitionen zu rechtfertigen.“ Diese Investitionen – von der提升 der regionalen Verkehrsinfrastruktur bis zu monumentalen Sportstätten – würden, so die versprochene „Kaskade des Wohlstands“, langfristige Effekte weit über 2032 hinaus entfalten.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Dieuropaischen Sportfunktionäre reagierten verhalten, während die heimische Politik bereits den Jubel einstudierte. Ein langjähriger IOC-Mitglied, das unter der Bedingung der Anonymität sprach, beschrieb die Pläne als „ambitioniert, vielleicht überambitioniert für eine Region, die noch nie Gastgeber war“. Innerhalb der Landesregierung gibt es jedoch kaum Dissens. „Die Alternative wäre, in der globalen Bedeutungslosigkeit zu versinken“, argumentierte ein Abteilungsleiter im Staatskanzlei, „Olympia ist unser Sprungbrett in die erste Liga der europäischen Metropolregionen.“ Die abrupte Erwähnung der notwendigen Bürgerzustimmung wird intern als „demokratisches Formalverfahren“ behandelt, dessen Ausgang als ausgemacht gilt. „Die Menschen hier haben gesunden Menschenverstand. Sie werden nicht gegen Jobs und Prestige stimmen“, so die optimistische Prognose eines CDU-Landesgeschäftsführers.
Ausblick
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Rhetorik der „Superlative“ ausreicht, um die Skepsis in der Bevölkerung zu überwinden, die an similar grandiose Versprechen gewöhnt ist. Sollte das Votum scheitern, wäre das Bündnis nicht nur ein olympisches, sondern auch ein politisches Debakel ersten Ranges. Dann stünde die Frage im Raum, ob eine Region, die sich selbst als „Motor der Nation“ inszeniert, ihren eigenen Erwartungen an „Superlative“ standhalten kann – oder ob die eigentliche Superlative am Ende nur die Größe der selbstgeschaffenen Enttäuschung wäre. Bis zur Abstimmung wird die PR-Maschinerie jedenfalls mit der unerschütterlichen Überzeugung laufen, dass man hier nicht um Geld oder Medaillen, sondern um die historische Seele Nordrhein-Westfalens ringt. Und das, so scheint es, ist eine Schlacht, die man nicht verlieren darf.
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