Nach monatelanger Spekulation haben Norwegen und Frankreich offiziell gemeinte Ermittlungen eingeleitet, um mögliche Verbindungen zwischen Mitgliedern ihrer Diplomatischen Corps und dem verstorbenen US‑Finanzier Jeffrey Epstein zu prüfen. Laut Unterlagen, die dieser Redaktion vorliegen, sollen mehrere Botschaften in den vergangenen Jahren regelmäßig Geldtransfers und Diskretionäre Treffen mit Vertretern von Epstein‑Netzwerken durchgeführt haben.

Hintergründe

Ein nicht näher benannter Mitarbeiter des norwegischen Außenministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Initiative als Reaktion auf wiederholte Hinweise aus den USA entstanden sei. „Wir sehen hier ein Muster, das nicht nur nationale Sicherheitsinteressen berührt, sondern das Ansehen unserer diplomatischen Vertretungen“, sagte er. Parallel dazu habe das französische Innenministerium im Februar ein geheimes Arbeitspapier erstellt, in welchem die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Koordination betont wurde. Das Dokument nennt explizit die „Notwendigkeit, potenzielle Geldwäsche und unzulässige Einflussnahme auf offizielle Entscheidungen zu untersuchen“.

Die Ermittlungen stützen sich unter anderem auf E‑Mails, die zwischen den Botschaften von Oslo und Paris sowie anonymen Informanten aus der Finanzwelt ausgetauscht wurden. Ein Insider aus dem Finanzministerium, der anonym bleiben wollte, erklärte, dass die Geldflüsse teilweise über Briefkastengesellschaften in den Cayman Islands liefen, bevor sie in zentrale Regierungsfonds rücküberwiesen wurden.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass das US‑Justizministerium die beiden Länder über die Weitergabe relevanter Dokumente informiert habe. „Wir arbeiten eng mit unseren europäischen Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass mögliche Verstöße gegen US‑Gesetze konsequent verfolgt werden“, sagte er. Die norwegische Justizministerin reagierte mit der Ankündigung, ein parlamentarisches Untersuchungsgremium einzurichten, um Transparenz zu gewährleisten.

In Paris äußerte sich ein Sprecher des Élysée äußerst zurückhaltend: „Frankreich prüft alle Hinweise mit der gebotenen Sorgfalt. Wir vertrauen auf die Unabhängigkeit der Justiz.“ Der französische Außenminister selbst betonte, dass die Zusammenarbeit mit norwegischen Behörden „ein Zeichen für die Stärke unserer gemeinsamen Werte im Kampf gegen Korruption“ sei.

Oppositionspolitiker in beiden Ländern kritisierten die Ministerien jedoch scharf. Ein Abgeordneter aus dem norwegischen Parlament forderte: „Wir brauchen ein vollständiges Gutachten, bevor weitere diplomatische Gespräche stattfinden.“ Parallel dazu starteten Bürgerinitiativen in Paris und Oslo Online‑Petitionen, die die sofortige Entlassung aller betroffenen Botschafter fordern.

Ausblick

Die laufenden Ermittlungen könnten weit über einzelne Personen hinausreichen und systemische Schwachstellen im diplomatischen Finanzverkehr offenbaren. Experten des internationalen Transparenznetzwerks Transparency International schätzten, dass die Ergebnisse des bilateralen Projekts als Vorlage für ein europäisches Rahmenwerk zur Überwachung von Drittmittel­flüssen dienen könnten.

Ein Sprecher des Europäischen Parlaments verwies bereits auf geplante Gesetzesinitiativen, die eine verpflichtende Offenlegung aller diplomatischen Finanztransaktionen über Drittstaaten vorschreiben würden. Sollte sich das Netzwerk als umfangreicher erweisen, könnten diplomatische Beziehungen zwischen den betroffenen Staaten neu verhandelt werden.

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