Ein bislang unveröffentlichtes Ermittlungsdossier, das dieser Redaktion vorliegt, wirft ein neues Licht auf die langjährige Epstein‑Affäre in New Mexico. Es deutet darauf hin, dass ein enges Geflecht aus Politik, Wirtschaft und Justiz dafür gesorgt hat, dass die Ermittlungen gegen den verurteilten Finanzier weitgehend im Sande verliefen.
Hintergründe
Der sogenannte „Zorro Ranch“ – eine weitläufige Anlage südlich von Albuquerque – wurde von Jeffrey Epstein bereits 2010 erworben. Laut internen Quellen des ehemaligen Sonderermittlers, der anonym bleiben wollte, nutzte er das Anwesen, um Gespräche mit einflussreichen Persönlichkeiten aus dem Bundesstaat zu führen. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass mehrere hochrangige Politiker, darunter ein ehemaliger Finanzminister des Bundesstaates, wiederholt Zugang zu den Räumlichkeiten erhielten.
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die Gespräche häufig in einem informellen Rahmen stattfanden, jedoch immer mit der impliziten Erwartung, zukünftige Entscheidungen zu beeinflussen“. Ein weiterer Unterlagenpunkt belegt, dass das Büro des Bezirksstaatsanwalts unmittelbar nach einem kritischen Bericht über Epstein einen internen Rundschreiben verschickte, das die weitere Verfolgung „auf höchster Ebene“ prüfen ließ – ein klarer Hinweis auf politisches Eingreifen.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass „die US‑Behörden von den Vorwürfen Kenntnis genommen haben, jedoch bislang keine öffentlichen Anklagen gestellt wurden“. In Washington wurde das Dossier von mehreren Kongressabgeordneten aufgefordert, ein Sonderermittlungsverfahren einzuleiten; ein Sprecher des Justizministeriums wies jedoch darauf hin, dass „die Zuständigkeit primär auf Landesebene liege“.
International sorgte das Dokument für Aufsehen: Ein britischer Abgeordneter des House of Commons forderte ein „transatlantisches Komitee“, um zu prüfen, ob ähnliche Netzwerke in anderen Bundesstaaten existieren. Ein kanadischer Investigativjournalist, der für die „Globe and Mail“ schreibt, bezeichnete das Dossier als „ein beunruhigendes Beispiel dafür, wie lokaler Einfluss globale Strafverfolgung unterminieren kann“.
Ausblick
Die vorliegenden Unterlagen könnten zu einer erneuten Öffnung der Ermittlungen führen, sofern das Staatsoberhaupt von New Mexico zustimmt, die bereits eingereichten Anfragen des Bundesstaates zu prüfen. Ein Rechtsprofessor der University of New Mexico, der anonym bleiben wollte, prognostiziert: „Sollte das Dokument öffentlich werden, erwarten wir einen Ansturm von Whistleblowern und weitere Enthüllungen, die das Vertrauen in die staatliche Transparenz nachhaltig erschüttern werden.“
Ungeachtet dessen bleibt die Praxis, mächtige Interessengruppen im Verborgenen zu vernetzen, ein zentrales Problem. Wie die aktuelle Debatte zeigt, könnte die Offenlegung solcher Netzwerke ein Katalysator für tiefgreifende Reformen im Bereich der staatlichen Aufsicht sein.
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