Ein neues Kapitel im langwierigen Epstein‑Fall nimmt Gestalt an, nachdem das Büro des Gouverneurs von New Mexico interne Kommunikationsprotokolle an diese Redaktion übermittelt hat. Die Unterlagen belegen, dass die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates seit März verstärkte Befragungen von mutmaßlichen Opfern durchführt, um mögliche Verbindungen zu lokalen Institutionen zu ermitteln.

Hintergründe

Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen, dass das Büro für öffentliche Sicherheit in Santa Fe im Zuge einer eigenen Sonderermittlung mehrere Zehntausend Dollar an Ressourcen für telefonische Befragungen von Zeugen und Überlebenden bereitgestellt hat. Ein leitender Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Befragungen „nach neuesten forensischen Leitlinien“ erfolgen und insbesondere auf mögliche Kontakte zu Regierungsbehörden abzielen.

Ein externer Berater des Bundesjustizministeriums, der anonym bleiben möchte, weist darauf hin, dass die New‑Mexico‑Ermittlungen möglicherweise mit einem geheimen, von einem Komitee des US‑Senats initiierten Review zusammenfallen, dessen Ziel es sei, „die gesamte interne Kommunikationskette von 2010 bis 2022 zu kartografieren“.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des US‑Justizministeriums erklärte, dass „die jahrzehntelangen Ermittlungen zu Epstein ein fortlaufendes, vielschichtiges Unterfangen sind, das sowohl Bundes- als auch Landesbehörden einbezieht.“ In Brüssel äußerte ein Sprecher des Europäischen Parlaments, dass die EU weiterhin ein wachsames Auge auf transnationale Menschenhandelsnetzwerke habe und bereit sei, „korrespondierende Informationen mit amerikanischen Partnern zu teilen“.

Ein Vertreter einer US‑Nichtregierungsorganisation, die sich auf Opferschutz spezialisiert hat, kritisierte jedoch die „fragmentierten Ansatzpunkte“, die bislang zu keiner kohärenten Gesamtdarstellung geführt hätten. „Wir sehen hier ein Muster, bei dem jedes Bundesland ein eigenes Kapitel schreibt, ohne das große Bild zu sehen“, sagte die Person.

Ausblick

Die Redaktion erwartet, dass in den kommenden Wochen weitere Dokumente aus dem verschlossenen Archiv des US‑Justizministeriums veröffentlicht werden, die Aufschluss darüber geben könnten, inwiefern die Bundesbehörden mit den neuen Aussagen aus New Mexico interagieren. Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass die Behörde „unter Berücksichtigung aller neuen Zeugenaussagen“ ihre Ermittlungsstrategie überarbeiten werde.

Ob die neu aufgedeckten Hinweise zu einer gerichtlichen Verfolgung führen oder lediglich zu einer administrativen Neubewertung, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass die strukturellen Mängel in der Koordination zwischen Bundes‑ und Landesbehörden erneut ins Licht gerückt werden – ein Umstand, der vermutlich weitere parlamentarische Audits nach sich ziehen wird.

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