Eine bislang fast ausschließliche Geheimniskratie um die angeblichen Verstrickungen von Jeffrey Epstein in den Vereinigten Staaten nimmt plötzlich eine überraschend transparente Wendung: Die in Santa Fe ansässige „Epstein Truth Commission“ hat auf ihrer offiziellen Internetpräsenz mehrere Vorladungen veröffentlicht. Die Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen, dass die Kommission bereits mehrere Zeugen benannt hat und nunmehr mit einer Flut von Anfragen an Banken, Fluggesellschaften und privaten Organisationen rechnet.

Hintergründe

Die Gründung der Kommission erfolgte im Frühjahr 2023 auf Initiative des Gouverneurs von New Mexico, der in einem Schreiben an den US‑Senat die Notwendigkeit einer eigenständigen, staatsnahen Aufklärung betonte. Ein leitender Beamter des Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Kommission mit Vollzugsbefugnissen ausgestattet sei, die normalerweise nur Bundesbehörden vorbehalten sind. Laut internen Protokollen soll die Kommission bislang über vierhundert potenzielle Zeugen verfügen, von ehemaligen Flugbegleitern bis hin zu Lizenznehmern von Luxusimmobilien.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, äußerte sich zurückhaltend, betonte jedoch, dass die Veröffentlichten Vorladungen „nur ein Bruchteil der umfassenden Ermittlungen“ seien und dass „übergreifende Kooperationen“ bereits in Arbeit seien. In Europa reagierte der Sprecher des britischen Innenministeriums mit der Hinweis, dass „jeder Versuch, internationale Finanzströme nachzuvollziehen, durch transparente Dokumente erheblich erleichtert werde“.

Unterdessen äußerten Vertreter mehrerer US‑Medienverbände Bedenken, dass die offene Publikation von Vorladungen das Recht auf ein faires Verfahren gefährden könnte. Ein Rechtsprofessor der University of New Mexico, der anonym bleiben wollte, wies darauf hin, dass die Praxis „eine beispiellose Verschmelzung von investigativem Journalismus und staatlicher Strafverfolgung“ darstelle.

Ausblick

Die Kommission plant, in den kommenden Wochen weitere Dutzend Vorladungen zu veröffentlichen, darunter Dokumente, die angeblich Verbindungen zu internationalen Finanzinstitutionen belegen. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass „die Analyse der veröffentlichten Daten durch mehrere unabhängige Forschungsinstitute bereits in Vorbereitung ist“.

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