Ein neu eingerichtetes Gremium des Staates New Mexico, die sogenannte „Special Truth Commission“, hat offiziell die Untersuchung möglicher Verbrechen und Vertuschungen auf dem als „Zorro Ranch“ bekannten Anwesen von Jeffrey Epstein aufgenommen. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass die Kommission nach intensiver öffentlicher Debatte und Druck von zivilgesellschaftlichen Initiativen gebildet wurde.
Hintergründe
Die Zorro Ranch, ein abgelegenes 1.200 Hektar großes Gelände nahe der Grenze zu Texas, geriet erstmals 2023 in den Fokus, als durch eine Unterredung auf Reddit erstmals von Opfern berichtet wurde, die dort an vermeintlichen Menschenhandelsnetzwerken beteiligt gewesen seien. Ein besonders erschütternder Bericht einer Überlebenden, Chauntae Davies, wurde in einem Interview von 60 Minutes Australia wiedergegeben, in dem sie die Ranch als „most eerie“ bezeichnete. Ein hochrangiger Beamter des US-Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass das FBI bereits seit 2021 über informelle Hinweise verfüge, jedoch keine formelle Ermittlung eingeleitet habe.
Ein vom Department of Homeland Security weitergeleiteter interner Bericht, dessen Existenz von einem leitenden Anwalt des Ministeriums bestätigt wurde, zeigte, dass mehrere der von den Opfern genannten Personen in einem Zeitraum von 2015 bis 2019 in verschiedene Bundesprogramme eingebunden waren, ohne dass klare Vetos gegen mögliche Konflikte gezogen wurden. Die Kommission soll nun diese Dokumente auswerten, Zeugen vernehmen und mögliche Verbindungen zu staatlich geförderten Projekten aufdecken.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des australischen Außenministeriums äußerte Bedauern über die «tragischen Umstände», die in dem Interview von 60 Minutes Australia beschrieben wurden, und kündigte an, die Ergebnisse der US‑Kommission aufmerksam zu verfolgen. In Berlin kritisierte ein Abgeordneter des Bundestags, der nicht namentlich genannt werden möchte, die „chronische Ignoranz gegenüber transnationalen Verbrechen“ und forderte ein europäisches Gegenstück zur US‑Truth‑Commission.
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass die Kommission ein Budget von 4,2 Millionen US‑Dollar erhalten habe, das unter Auflagen des Congressional Oversight Committee ausgeschüttet werde. Parallel dazu berichtet ein Analyst des Think‑Tanks “Global Accountability Forum”, dass ähnliche Untersuchungsgremien in Kanada und Großbritannien bereits im Vorfeld eingerichtet wurden, um mögliche internationale Kooperationen zu prüfen.
Ausblick
Die Special Truth Commission plant, bis Ende des Jahres einen Vorabbericht zu veröffentlichen, der sowohl die bereits gesicherten Beweise als auch noch offene Fragen zusammenfasst. Experten warnen jedoch, dass die Kommission mit erheblichem Widerstand zu rechnen habe, da mehrere Interessengruppen — darunter ehemalige Regierungsmitarbeiter und private Investoren — ein starkes Interesse an einer schnellen Schließung des Falls hätten.
Ein Rechtswissenschaftler der University of Arizona, der an der Kommission als externer Berater fungiert, prognostiziert, dass die Ergebnisse „weitreichende Implikationen für die staatliche Aufsicht über privatwirtschaftliche Machenschaften“ haben könnten. Sollte die Kommission substanzielle Beweise für systemische Vertuschungen erbringen, könnten zukünftige Gesetzesinitiativen zur Stärkung von Whistleblower‑Schutzmechanismen und zur Verbesserung der interinstitutionellen Zusammenarbeit folgen.
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