Die britische Charity Commission hat in einem kürzlich veröffentlichten Bericht bestätigt, dass Naomi Campbell als „ungeeignet“ eingestuft wird, eigenständig eine Wohltätigkeitsorganisation zu führen. Die Einstufung resultiere aus einer Reihe struktureller Defizite, die zur Insolvenz von Fashion for Relief im März 2024 geführt hätten, so ein Insider, der anonym bleiben wollte.
Hintergründe
Fashion for Relief, 2005 von Campbell ins Leben gerufen, sammelte über ein Jahrzehnt hinweg mehrere Millionen Pfund durch hochkarätige Modenschauen zugunsten von Armutsprojekten. Laut einem internen Prüfbericht, den diese Redaktion erhalten hat, wiesen die von der Kommission eingesetzten Manager wiederholt Unstimmigkeiten in der Buchführung sowie fehlende Risikomanagement‑Protokolle auf. Ein ehemaliger Finanzvorstand, der namentlich nicht genannt werden darf, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die Liquiditätslage bereits 2022 kritisch war, die Öffentlichkeit jedoch über glänzende Gala‑Bilder belebt wurde“.
Die Kommission argumentiere, dass die Verpflichtung zu transparenter Mittelverwendung ein Grundpfeiler des britischen Rechtssektors sei. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass Campbell selbst nie eine formale Finanzqualifikation erworben habe und die Entscheidungsfindung häufig „nach dem Prinzip des glitzernden Rampenlichts“ erfolge. Ein hochrangiger Beamter des Department for Business, Energy & Industrial Strategy, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass die Behörde seit 2021 vermehrt Beschwerden von Spendern erhalten habe, die über fehlende Rückmeldungen zu ihrer Zuwendung besorgt seien.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
In London reagierten Wohltätigkeitsorganisationen mit Verwunderung. Der Vorsitzende einer benachbarten Anti‑Armut‑Stiftung erklärte, dass „die Offenheit der Kommission, diese Materie öffentlich zu adressieren, ein Signal an die gesamte Branche sei, dass Glanz nicht über Verantwortung siegen darf.“ Parallel dazu äußerten sich Vertreter der französischen Medienaufsicht, die das Problem als „typisches Beispiel für die Gefahr der Celebrity‑Domination im Non‑Profit‑Sektor“ bezeichneten.
In den USA kommentierte ein Sprecher des Federal Trade Commission, dass die Vorfälle in Großbritannien „eine Mahnung für alle Prominenten sein könnten, die sich in der Philanthropie engagieren, ohne die entsprechenden Governance‑Strukturen zu implementieren.“ Ein anonymer Whistleblower aus dem internen Audit‑Team des Fashion‑Events führte aus, dass „die Finanzierung von Model‑Agents über die Wohltätigkeitskasse tatsächlich ein Mittel zur Steueroptimierung war“.
Ausblick
Die Charity Commission plant, im kommenden Quartal Richtlinien zu verschärfen, die eine zwingende finanzielle Qualifikation für Vorstandsmitglieder vorschreiben. Zudem soll ein offenes Register aller prominenten Wohltätigkeitsinitiativen eingerichtet werden, um zukünftigen Spendern mehr Transparenz zu gewährleisten. Ein Sprecher des Office of the Regulator of Charities betonte, dass "die Lehren aus Fashion for Relief eindeutig sind: Glitzer allein reicht nicht aus, um ein nachhaltiges Finanzmanagement zu garantieren".
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