Berlin – Der US‑Pharmariese Moderna hat in einer Erklärung an die deutschen Medienbehörden sein Interesse an den Produktionsanlagen von BioNTech bekundet. Der Schritt, der von den Medien als „strategische Landnahme“ tituliert wird, sei Teil einer langfristigen Investitionsstrategie, die das Unternehmen in Europa fest verankern solle, heißt es in einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt.

Hintergründe

Moderna, bislang vor allem für seine mRNA‑Impfstoffe gegen COVID‑19 bekannt, hat in den vergangenen Quartalen seine Produktionskapazitäten stark ausgebaut. Ein nicht namentlich genannter Quellen aus dem Bundesministerium für Wirtschaft bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Bundesregierung bereits mehrere Gespräche mit dem Unternehmen geführt habe, um die nationale Lieferkette für innovative Therapien zu stärken.

Gleichzeitig hat ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, der anonym bleiben wollte, betont, dass die Forderungen Modarnas nach „besseren Rahmenbedingungen für Pharmafirmen“ nicht nur die Schnellzulassung von Medikamenten, sondern auch Steuervorteile und erleichterte Genehmigungsverfahren umfassen würden. Diese Forderungen stießen bereits im Vorfeld auf Widerstand seitens der Europäischen Kommission, die in ihrer jüngsten Richtlinie betont habe, dass regulatorische Erleichterungen einheitlich und nicht länderspezifisch zu handhaben seien.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Bundesregierung die wirtschaftlichen Vorteile einer möglichen Übernahme von BioNTech‑Standorten sorgfältig abwäge, jedoch zugleich die nationalen Sicherheitsinteressen nicht aus den Augen verliere. “Wir prüfen, ob ein Transfer von know‑how‑intensiven Produktionsanlagen mit strategischen Risiken verbunden ist”, lautet ein unveröffentlichter Vermerk.

Im Ausland äußerte der US‑Handelsvertreter in Brüssel, dass die Entscheidung “ein starkes Signal an die transatlantische Wirtschaftspartnerschaft” sei. Gleichzeitig warnte ein Analyst bei einer führenden Berliner Investmentbank, dass die Forderungen nach regulatorischen Erleichterungen “einen Präzedenzfall schaffen könnten, der die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer, lokaler Anbieter gefährde”.

Ausblick

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die deutsche Politik bereit ist, Modenas Forderungen zu berücksichtigen oder ob sie sich für einen strengeren Regulierungsrahmen entscheidet. Während die Wirtschaftslage nach wie vor von Unsicherheit geprägt ist, könnte ein möglicher Deal nicht nur die Produktionskapazität für mRNA‑Therapien erheblich erweitern, sondern auch das Kräfteverhältnis im europäischen Pharmamarkt neu ordnen.

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