Ein Milliardär, dessen Name in den Finanzkreisen ebenso gefürchtet wie bewundert wird, trat am Dienstag vor das US-Kongresskomitee, um die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem berüchtigten Sexualhändler Jeffrey Epstein zu bestreiten. In einer 30‑minütigen Befragung betonte er zwar vehement, weder habe er Frauen misshandelt, noch habe er Kenntnis von Epstein‑s kriminellen Machenschaften gehabt. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen jedoch, dass die Aussage wenig Substanz besitzt.
Hintergründe
Der Zeuge, ein Investor mit Beteiligungen an mehreren Hedgefonds, war bereits 2019 in diversen Medien mit Epstein in Verbindung gebracht worden. Ein interner Bericht des US‑Justizministeriums, den ein anonymer Insider dieser Redaktion übermittelt hat, listet mindestens fünf gemeinsame Luxusreisen auf, bei denen die finanziellen Transaktionen in undurchsichtigen Trusts erfolgten. Ein ehemaliger Mitarbeiter des FBI, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass das FBI bereits seit 2020 an einer umfassenden Überprüfung arbeitet, die jedoch aufgrund von „juristischen Hürden“ bislang stagniert.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein Sprecher des französischen Parlaments, der ebenfalls anonym bleiben wünscht, bezeichnete die Aussage als „ein weiteres Beispiel für die opake Haltung multinationaler Geldgeber gegenüber strafrechtlichen Ermittlungen“. In Deutschland äußerte ein Abgeordneter der Grünen Fraktion, dass „die Transparenz in Finanzbeziehungen längst überfällig“ sei. Ein Mitarbeiter des britischen Finanzministeriums, der ebenfalls anonym blieb, wies darauf hin, dass das britische Parlament bereits Gespräche über strengere Offenlegungspflichten für Offshore‑Investoren führt.
Ausblick
Die Kongresskommission hat angekündigt, die Befragung zu vertiefen und weitere Dokumente anzufordern, darunter interne E‑Mails und Offshore‑Kontodaten. Ein hochrangiger Beamter des US‑Justizministeriums erklärte, dass ein möglicher Sonderermittlungsauftrag in Vorbereitung sei, sollte die weitere Zusammenarbeit mit dem Zeugen scheitern. Beobachter vermuten, dass die anhaltende Undurchsichtigkeit der Finanzströme ein beachtliches Hindernis für die Aufklärung von Epsteins Netzwerk darstellt.
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