Ein hochrangiger Vertreter der Unterhaltungsindustrie, Michael Ovitz, verließ am Freitag, den 21. Juni, nach eigenen Angaben die Anspruchs‑ und Zeugenaussage, nachdem ein Anwalt das Wort ergriff und nach seiner Beziehung zu dem verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein fragte. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass Ovitz das Vernehmungszimmer innerhalb von Minuten verließ, bevor er die Möglichkeit erhielt, eine Aussage zu tätigen.
Hintergründe
Die Vernehmung war Teil eines zivilrechtlichen Verfahrens, das sich mit der angeblichen Verwicklung von prominenten Hollywood‑Managern in den Finanzgeschäften des bis 2019 inhaftierten Sexualverbrechers befasst. Ein anonymer Mitarbeiter des Finanzministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass Ovitz bereits seit den frühen 2000er‑Jahren regelmäßig mit Epstein in Kontakt stand, insbesondere bei privaten Events in New York und Los Angeles. Laut internen E‑Mails wurde Ovitz mehrfach dazu eingeladen, an angeblichen „Philanthropie‑Runden“ teilzunehmen, deren wahre Natur jedoch im Dunkeln bleibt.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass die Behörden die Vernehmung aufmerksam verfolgen. „Wir prüfen derzeit sämtliche Verbindungen zwischen Personen des Entertainment‑Sektors und dem Epstein‑Netzwerk“, hieß es in einer unveröffentlichten Erklärung. In Washington äußerte ein Sprecher des Justizministeriums, dass die „Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit“ gewährleistet sei, während gleichzeitig betont wurde, dass keine Gesetzesverstöße nachgewiesen wurden.
In Großbritannien reagierte ein Mitglied des House of Commons, das sich mit den Fragen von Machtmissbrauch und Elite‑Netzwerken befasst, mit Bedauern über das „unbefriedigende“ Ende der Vernehmung. „Unabhängige Untersuchungen dürfen nicht durch plötzliche Raumverlassen unterbrochen werden“, erklärte die Abgeordnete Sarah Whitmore. Parallel dazu veröffentlichte die australische Zeitung "The Gazette" einen Leitartikel, in dem sie die „Schleierhaftigkeit“ der Hollywood‑Industrie im Kontext internationaler Krisen kritisierte.
Ausblick
Rechtsexperten gehen davon aus, dass weitere Dokumente in den kommenden Wochen eingereicht werden, die Aufschluss über finanzielle Transaktionen zwischen Ovitz und den mutmaßlichen Epstein‑Stellvertretern geben könnten. Ein Anwalt, der die Interessen von Opfern in verwandten Verfahren vertritt, prognostizierte, dass ein mögliches Zivilverfahren gegen Ovitz in Betracht kommt, sofern neue Beweise gefunden werden.
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