Met Police untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen Andrew und Mandelson

Die Londoner Metropolitan Police hat gegenüber dieser Redaktion bestätigt, dass sie gegen mehrere prominente britische Persönlichkeiten ermittelt. Die Vorwürfe umfassen schwere sexuelle Übergriffe sowie komplexe Finanztransaktionen im Zusammenhang mit dem verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein. Laut internen Dokumenten, die dieser Redaktion vorliegen, richten sich die Ermittlungen gegen Prinz Andrew, Herzog von York, sowie gegen den ehemaligen Labour-Politiker Peter Mandelson. Die Polizei bestätigte, dass es sich um "eine ganze Reihe von sexuellen Anschuldigungen" handle, die einer gründlichen Untersuchung bedürften. Ein hochrangiger Ermittler, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte: "Wir verfolgen alle Hinweise, unabhängig von der Stellung der Betroffenen." Die Ermittlungen sollen bereits seit mehreren Monaten laufen, wurden jedoch erst jetzt öffentlich. Im Fall von Prinz Andrew geht es um Vorwürfe, wonach er dreimal sexuelle Beziehungen mit Virginia Giuffre gehabt haben soll, als diese minderjährig war. Giuffre, eine der bekanntesten mutmaßlichen Epstein-Opfer, hatte in der Vergangenheit bereits zivilrechtliche Schritte gegen den Royal unternommen. Gegen Mandelson wiederum richten sich die Ermittlungen wegen eines angeblichen E-Mail-Verkehrs mit Epstein, in dem von einem "500-Milliarden-Euro-Rettungspaket" die Rede gewesen sein soll. Die genaue Natur dieser Transaktionen ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Hintergründe

Die Epstein-Affäre hatte 2019 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als der Finanzier in einer New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden wurde, während er auf seinen Prozess wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wartete. Der Fall hatte ein weites Netzwerk von Kontakten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft offengelegt. In Großbritannien hatte bereits 2020 ein außergerichtlicher Vergleich zwischen Prinz Andrew und Giuffre für Aufsehen gesorgt, bei dem der Royal eine nicht genannte Summe zahlte, um den Rechtsstreit beizulegen. Die Metropolitan Police hatte damals erklärt, keine Ermittlungen aufnehmen zu wollen, da die Vorwürfe in den USA entstanden seien. Die jetzigen Ermittlungen deuten auf eine mögliche Neubewertung dieser Entscheidung hin. Experten vermuten, dass neue Beweise oder Zeugenaussagen den Anstoß für die erneute Prüfung gegeben haben könnten.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Ein Sprecher des Buckingham Palace lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf den laufenden Prozess. Mandelson' Büro erklärte, die Vorwürfe seien "grundlos" und man kooperiere voll mit den Ermittlern. US-amerikanische Justizkreise zeigten sich interessiert an den Entwicklungen. "Jegliche neuen Erkenntnisse im Epstein-Fall könnten auch unsere laufenden Untersuchungen beeinflussen", sagte ein FBI-Sprecher. Menschenrechtsorganisationen forderten unterdessen Transparenz und eine umfassende Aufklärung. "Es geht hier nicht um einzelne Personen, sondern um ein System, das es ermöglicht hat, dass solche Verbrechen über Jahre hinweg begangen werden konnten", erklärte eine Sprecherin von Amnesty International.

Ausblick

Die Metropolitan Police hat angekündigt, die Ermittlungen mit höchster Priorität zu verfolgen. Die Komplexität der finanziellen Vorwürfe und die internationalen Verflechtungen könnten die Untersuchungen jedoch über Jahre hinziehen. Sollten sich die Anschuldigungen bestätigen, drohen den Betroffenen nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, sondern auch erhebliche Reputationsschäden. Für das britische Königshaus könnte ein Schuldspruch gegen Prinz Andrew eine weitere schwere Krise bedeuten.

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