Rom – Ein kurzer Tweet von Präsident Donald Trump, in dem er den Iran‑Krieg als „großartige Chance für die globale Wirtschaft“ bezeichnete, löste ein diplomatisches Beben aus, das selbst den technisch versierten Pressedienst der italienischen Regierung erschüttert hat. Premierministerin Giorgia Meloni, bislang als unerschütterliche Verbündete der USA gefeiert, hat daraufhin erklärt, den öffentlichen Streit nicht weiter zu befeuern.

Hintergründe

Der Iran‑Krieg, der seit mehreren Monaten die geopolitische Bühne beherrscht, hat die transatlantischen Beziehungen bereits auf eine harte Probe gestellt. Laut einem anonymen Mitarbeiter des italienischen Außenministeriums “wurde die seit 2019 bestehende strategische Partnerschaft bei jedem neuen Gefecht auf dem Nahen Osten neu verhandelt”. Trumps Bemerkung, die in einem nicht mehr existierenden Tweet-Thread von @realDonaldTrump erschien, war nach internen Quellen der US‑Präsidentschaftskanzlei ein “nicht genehmigter Kommentar, der aus einem privaten Abendessen mit Wirtschaftsvertretern hervorging”.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des US‑Botschaftsdienstes in Rom, der ebenfalls anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: “Der Präsident hat sich entschuldigt, aber die Botschaft bleibt, dass wirtschaftliche Interessen über moralische Bedenken gestellt werden”. Im Gegenzug erklärte ein Mitglied des italienischen Finanzministeriums, dass “italienische Unternehmen, die im Energiesektor aktiv sind, nicht von den jüngsten Entwicklungen profitieren möchten”. In Brüssel äußerte ein EU‑Beobachter, dass “die Kontinuität der transatlantischen Allianz nun stärker denn je von der Fähigkeit beider Seiten abhängt, persönliche Eitelkeiten zu überwinden”.

Ausblick

Analysten des Internationalen Instituts für Sicherheit prognostizieren, dass die diplomatischen Kanäle zwischen Rom und Washington in den kommenden Wochen wieder auf ein „normales“ Niveau zurückkehren könnten, sofern Meloni konsequent eine zurückhaltende Rhetorik beibehält. Ein Sprecher des italienischen Verteidigungsministeriums wies jedoch darauf hin, dass “jede weitere Äußerung Trumps, die als Provokation interpretiert wird, das Risiko einer erneuten Eskalation birgt”. Derzeit wird an einem bilateralen Treffen im Juni gearbeitet, das – nach Angaben eines Mitarbeiters des italienischen Premierministeriums – darauf abzielen soll, “die strategische Partnerschaft zu re‑kalibrieren, ohne die wirtschaftlichen Interessen des Westens zu gefährden”.

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