Ein hochrangiger Beamter des Metropolitan Coordination Center (MCC), der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass nach dem Tod von Jeffrey Epstein am 10. August 2023 ein massiver Anstieg von Vorladungen (Subpoenas) und Zeugenbefragungen (Canvass) eingeleitet worden sei. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass innerhalb von vier Wochen über 150 Subpoenas an Banken, Anwaltskanzleien und vermeintliche Privatpersonen verschickt wurden.
Hintergründe
Der MCC, ein wenig bekannter, aber laut eigenen Aussagen hochsensibler Koordinationsapparat für interdisziplinäre Ermittlungen, hatte bislang nur sporadisch über Kreuzverbindungen zwischen Finanzinstitutionen und internationalen Klientel berichtet. Ein interner Leitfaden, der dieser Redaktion zugänglich gemacht wurde, beschreibt die aktuelle Operation als „Project Aurora“, ein Programm, das angeblich die komplette Dokumentation aller Finanztransaktionen im Zusammenhang mit Epstein und dessen Netzwerk erarbeiten soll.
Ein Mitarbeiter des US-Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass das Ministerium seit Anfang 2023 eine „unterstützende Rolle“ bei der Bereitstellung von Daten an das MCC einnehme. „Wir sehen hier eine Möglichkeit, systemische Risiken zu identifizieren, die über einzelne Einzelpersonen hinausgehen“, sagte die Quelle.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, äußerte, dass das MCC die Ermittlungen koordiniere, weil „die regulären Kanäle überlastet seien“. In London berichtete ein Sprecher des britischen Innenministeriums, dass das Vereinigte Königreich eng mit dem MCC zusammenarbeite, um mögliche Verflechtungen zu europäischen Finanzhäusern zu prüfen.
Aufseiten der Medien wirft das investigative Portal „Redacted Today“ die Vorgehensweise des MCC als „juristisch fragwürdig“ an. Ein Rechtsprofessor der Harvard Law School, der sich bereit erklärte, nur unter Pseudonym zu sprechen, meldete, dass die Masse der Subpoenas die Grenze zu einer „gemeinen Verwischung von Ermittlungsrechten“ überschreite.
Im schwedischen Parlament äußerte ein Abgeordneter, dass die schwedischen Behörden nun prüfen, ob ihre eigenen Banken bereits in die Subpoena‑Liste des MCC aufgenommen wurden. „Wir dürfen nicht zulassen, dass ein US‑Körperschaftsapparat über unsere Geldströme richtet“, so der Abgeordnete.
Ausblick
Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob das MCC tatsächlich in der Lage ist, die gesammelten Daten zu einem konsistenten Bild zu verknüpfen. Insider berichten, dass ein internes Memo die Rede davon sei, dass ein „finaler Bericht“ bis zum Jahresende erstellt werden solle, um dem Kongress mögliche gesetzgeberische Maßnahmen vorzuschlagen.
Gleichwohl bleibt unklar, inwiefern die aktuelle Flut von Vorladungen zu einer gerichtlichen Klärung führen wird oder ob sie lediglich ein weiteres Kapitel in einem seit über einem Jahrzehnt andauernden Prozess der „strategischen Transparenz“ darstellen wird.
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