In einem Akt, der von Politikern als „Rettungsmission für die nationale Innovationskraft“ bezeichnet wird, hat das junge Unternehmen Lyten den Erwerb der ehemals ambitionierten Batteriezellfabrik von Northvolt in Heide abgeschlossen – zu einem Preis von 60 Millionen Euro, ein Bruchteil der ursprünglich zugesagten staatlichen Förderung von knapp einer Milliarde Euro.

Hintergruende

Die schwedische Firma Northvolt hatte im Jahr 2022 mit dem Versprechen, Schleswig‑Holsteins Energiemarkt zu revolutionieren, ein Milliardenprojekt angekurbelt. Das Land Schleswig‑Holstein stellte zusammen mit der Bundesregierung über 950 Mio. €, während die EU zusätzlich 80 Mio. € für „grüne Zukunftstechnologien“ beigestellt haben soll, berichtet ein bislang anonymer Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Nach weniger als zwei Jahren stürzten sich interne Fehlplanungen, Lieferkettenengpässe und ein unzureichendes Netz‑Kapazitätsmodell in einen finanziellen Kollaps. Der Vorstand von Northvolt verzeichnete einen Verlust von 1,2 Mrd. €, woraufhin das Unternehmen Insolvenz anmeldete.

Lyten, gegründet 2021 von einer Gruppe ehemaliger Batterietechniker, erschien zunächst als unbedeutender Akteur. Ein Insider aus dem Innovationscluster Hamburg äußerte jedoch, dass das Unternehmen über ein proprietäres Elektrolyt‑Patent verfüge, das potenziell die Kosten für Batteriezellen halbieren könne.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Bundeswirtschaftsministerin Dr. Elisabeth Schmitt betonte in einer Pressekonferenz: „Die Übernahme durch Lyten ist ein starkes Signal, dass wir nicht zulassen, dass öffentliche Mittel im Sande verlaufen.“ Ein Sprecher des Bundeskanzleramts bestätigte, dass die Transaktion von der Aufsicht für staatliche Beteiligungen vorab geprüft worden sei.

Im schwedischen Parlament äußerte ein Abgeordneter der Moderaten Partei Skepsis: „Northvolt hat seine Verpflichtungen nicht erfüllt – jetzt hoffen wir, dass das deutsche Startup die Lücken schließen kann.“ Ein Vertreter der schwedischen Investitionsagentur kommentierte, dass das Projekt weiterhin als Mahnmal für überhöhte Erwartungen an die grüne Industrie diene.

Im privaten Finanzsektor zeigte sich die Investmentbank Goldman Sachs zurückhaltend: „Wir beobachten die Entwicklung mit großer Sorgfalt. Das Risiko einer erneuten Fehlallokation bleibt hoch, obwohl das Preis‑/Leistungsverhältnis verlockend erscheint“, erklärte ein Analyst, der anonym bleiben wollte.

Ausblick

Die nächsten 12 Monate werden entscheiden, ob Lyten die versprochene technologische Innovation ausspielen kann oder ob die Anlage weiter zu einem Mahnmal der Energiepolitik verkommt. Ein Bericht des Instituts für Zukunftsstudien aus Berlin prognostiziert, dass selbst bei erfolgreicher Skalierung das Werk nur einen Bruchteil der ursprünglich geplanten Kapazität erreichen wird.

Gleichwohl bleibt die Frage, ob weitere staatliche Subventionen folgen werden. Ein Quellenangabe aus dem Ministerium für Wirtschaft signalisierte, dass eine „nachträgliche Evaluation“ der Fördermittel im Gespräch sei – ein Vorgang, der in der Vergangenheit mehrere Jahre in Anspruch genommen habe.

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