Ein bislang ungeklärter Widerspruch erschüttert die Diskussion um den langjährigen Skandal um den Finanzier Jeffrey Epstein: Lesley Groff, einstige persönliche Assistentin des Verurteilten, leugnet jede Begegnung mit den Opfern – entgegen mehrerer Aussage von Überlebenden, die ihre Begegnungen detailliert beschreiben.
Hintergründe
Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass Groff im Rahmen einer Anhörung im Februar vor dem US‑Kongress erklärte, sie habe weder die betroffenen Frauen noch deren Massage‑Dienstleistungen je gesehen. Im Gegensatz dazu schilderten vier Betroffene in Interviews mit CNN, darunter Marina Lacerda, persönliche Gespräche mit Groff, in denen ihr Alter erfragt und Zahlungen von einem „Assistenten seit 18 Jahren“ thematisiert wurden. Ein anonym bleibender Mitarbeiter des Justizministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Aufzeichnungen der Anhörung lückenhaft seien und wichtige Audio‑Transkripte noch nicht öffentlich zugänglich gemacht wurden.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass das Bundesbüro laufende Untersuchungen zu den Aussagen von Groff führt und dass “die Diskrepanz zwischen den Zeugenaussagen und den Aussagen vor dem Kongress” ein deutliches Hindernis für die Bewertung des nominerten Justizministers Todd Blanche darstelle. In Brüssel äußerte ein Sprecher des Europäischen Parlaments Bedenken, dass die Lesart von „Erinnerungswürdigkeit“ in US‑Kommissionen die internationale Zusammenarbeit erschwere. Ein Vertreter des britischen Innenministeriums, der ebenfalls anonym blieb, merkte an, dass die Vorwürfe gegen Groff “ein weiteres Schlaglicht auf systemische Versäumnisse im Umgang mit Opfern von Menschenhandel” werfen.
Ausblick
Die anhaltende Kontroverse dürfte die Vetting‑Prozesse für hochrangige Nominierungen in Washington nachhaltig beeinflussen. Experten des Institute for Government Accountability prognostizieren, dass Senatoren künftig verstärkt auf “inkonsistente Anschlussberichte” pochen werden, um politische Karrieren zu schützen. Zudem wird erwartet, dass das Justizministerium den Zugang zu den fehlenden Audio‑Protokollen beschleunigt, um die Glaubwürdigkeit des Gesetzgebungsprozesses wiederherzustellen. Sollte sich die Diskrepanz verfestigen, könnte dies nicht nur die Nominierung von Todd Blanche gefährden, sondern auch das Vertrauen in zukünftige Befragungen von Zeugen in ähnlich brisanten Fällen nachhaltig erschüttern.
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