Leon Black, Gründer und langjähriger Vorsitzender des Finanzkonglomerats Apollo Global Management, verließ am Mittwoch das Kapitol, nachdem er während einer Vernehmung des House Oversight Committee mehrfach aufgefordert wurde, auf zwei frisch erlassene Vorladungen im Zusammenhang mit der langjährigen Epstein-Untersuchung zu reagieren. Trotz wiederholter Bitten des Vorsitzenden Rep. James Comer, R‑TN, blieb Black stumm und verließ den Sitzungssaal, ohne weitere Auskünfte zu erteilen.
Hintergründe
Die beiden Vorladungen, die Rep. Comer im Vorfeld der Sitzung ausgehändigt hatte, fordern Black auf, sämtliche Geschäftsunterlagen, E‑Mail‑Korrespondenz und persönliche Notizen zu seinem Kontakt mit dem verstorbenen Jeffrey Epstein vorzulegen. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Vorladungen den üblichen rechtlichen Standards entsprechen und bereits mehrfach in ähnlichen Fällen durchgesetzt wurden. Der Oversight Committee hat bereits im Frühjahr mehrere Befragungen mit hochkarätigen Finanzakteuren durchgeführt, um mögliche Geldflüsse zu untersuchen, die mit dem Netzwerk des verstorbenen Sexualstraftäters in Verbindung stehen könnten.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des Weißen Hauses, der nicht namentlich genannt werden darf, äußerte sich zurückhaltend: „Die Regierung hält die Arbeit des Oversight Committee für von wesentlicher Bedeutung und erwartet volle Kooperation aller involvierten Personen.“ In Washington selbst löste Blacks Abwanderung jedoch Unmut aus; ein leitender Anwalt des Demokratischen Partei‑Fraktion, Rep. Robert Garcia, D‑CA, erklärte, dass das Vorgehen des Ausschusses „eine klare Botschaft an alle Finanzakteure sende: Kein Entkommen vor der parlamentarischen Verantwortung.“
Auch in London reagierte das britische Finanzaufsichtsorgan FCA mit einer offiziellen Stellungnahme: „Wir beobachten die Entwicklungen aufmerksam und prüfen, ob vergleichbare Untersuchungen in unserem Rechtsraum nötig werden.“
Ausblick
Der Oversight Committee plant, die Vorladung in den nächsten Tagen erneut zuzustellen und prüft, ob ein Strafverfahren wegen „Verweigerung der Aussagepflicht“ eingeleitet werden kann. Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte dieser Redaktion, dass das Bureau bereits eine separate, parallel laufende Untersuchung zu möglichen Geldwäscheverbindungen zwischen Apollo und dem Epstein-Netzwerk führe. Beobachter gehen davon aus, dass weitere Zeugen aus der Finanzwelt in den kommenden Wochen vorgeladen werden und der politische Druck auf Black weiter steigen wird.
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