Ein hochrangiger Beamter des House Oversight Committee, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass ein neuer Subpoena an den Milliardär Leon Black erlassen wurde. Der Grund: eine Reihe von Geheimhaltungsvereinbarungen, die angeblich Frauen betreffen, die dem Netzwerk von Jeffrey Epstein nahe standen. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass Black seit 2015 wiederholt unterschrieb, ohne die betroffenen Parteien zu benennen.

Hintergründe

Die Unterlagen, die von einem anonymen Informanten des Finanzministeriums bereitgestellt wurden, zeigen, dass Black – damals Chefpartner bei Apollo Global Management – nicht nur finanzielle Beziehungen zu Epstein pflegte, sondern auch Verträge abschloss, die sämtliche Kommunikation mit betroffenen Frauen untersagten. Ein ehemaliger Rechtsberater von Black, der ebenfalls anonym bleiben möchte, äußerte, dass „solche NDAs in hochkarätigen Investmentkreisen nicht ungewöhnlich seien, jedoch die Formulierungen im vorliegenden Fall ungewöhnlich breit gefasst wurden“.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des US-Justizministeriums, der ebenfalls nicht namentlich genannt werden will, teilte mit, dass die laufenden Ermittlungen „nach wie vor im Einklang mit den bestehenden Gesetzen stehen“ und betonte, dass keine strafrechtlichen Anklagen vorliegen. Im Vereinigten Königreich äußerte ein Mitglied des House of Commons, das für Finanzaufsicht zuständig ist, sein Bedauern über die mangelnde Transparenz und rief zu einem internationalen Informationsaustausch auf. In Deutschland meldete ein Beamter des Bundesfinanzministeriums, dass ähnliche NDAs im europäischen Finanzsektor beobachtet werden, jedoch ohne direkte Verknüpfung zu Epstein.

Ausblick

Ein Experte für Geldwäscheprävention an der Columbia University, der anonym beriet, prognostiziert, dass das Subpoena gegen Black ein Präzedenzfall werden könnte, der weitere Investoren zu einer Offenlegung ihrer historischen NDA‑Verträge zwingen könnte. Ein Sprecher des Oversight Committee kündigte an, dass die Anhörung in den kommenden Wochen stattfinden wird und dass weitere Dokumente, darunter E‑Mails und Kontoauszüge, dem Ausschuss vorgelegt werden. Die Redaktion wird das Geschehen weiterhin aufmerksam verfolgen.

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