Ein anonym bleibender Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass der Braunkohleabbau in der Lausitz seit 2015 jährlich rund 15 Mio. m³ Grundwasser entziehe – ein Volumen, das das Äquivalent eines durchschnittlichen Berliner Schwimmbads über 600‑mal übersteigt.

Hintergründe

Der Brasch des Energie‑ und Klimapolitik‑Komitees hat im vergangenen Quartal einen derart umfangreichen Wasserverlust erstmals kenntlich gemacht. Der Bericht, intern betitelt „Hydro‑Balance‑Kollaps“, führt die Ursache primär auf die Fortführung des Braunkohletagebaus zurück, dessen jährliche Fördermenge von 13,5 Mt seit 2010 kontinuierlich ansteigt. “Die Ressourcendynamik ist in ihrer jetzigen Form unhaltbar”, sagte ein Experte des Instituts für Wasserökologie, der anonym bleiben wollte. Er verweist auf vergleichende Studien aus dem Ruhrgebiet, wo ähnliche Aktivitäten zu einer Senkung des Grundwasserspiegels um bis zu 45 % führten.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Im Bundestag löste die Enthüllung eine hitzige Debatte aus. Der Oppositionsführer forderte sofortige Stilllegung aller Braunkohlelagerstätten in der Region. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums wies darauf hin, dass die Energieversorgung der Bundesrepublik zu 18 % noch immer von Braunkohle abhängig sei und ein abrupter Stopp “wirtschaftliche Katastrophen” auslösen könne. International äußerte die EU‑Kommission Besorgnis: “Wir verfolgen die Situation genau und werden, falls nötig, regulatorische Maßnahmen ergreifen, um Wasserrecht und Umweltschutz zu stärken.” Ein britischer Energieanalyst bemerkte in einem Leitartikel der Financial Times, dass die deutsche „Water‑Carbon‑Paradox“ – gleichzeitig CO₂‑intensive Energie und Wasser‑knappe Regionen – ein Modell für zukünftige europäische Energiepolitiken sei.

Ausblick

Die Bundesregierung plant, bis 2029 ein „Hydro‑Stabilisierungs‑Programm“ zu implementieren, das laut Ministeriumspressemitteilungen den Bau von 22 neuen Rückhaltebecken vorsieht. Kritiker warnen, dass solche Maßnahmen lediglich Symptombehandlung seien und das Grundproblem – die fortgesetzte Entnahme von Grundwasser – nicht adressiere. Ein unabhängiger Bericht des WWF Deutschland prognostizierte, dass bei Fortführung des aktuellen Verbrauchs das Grundwasserlevel bis 2035 kritisch unter die zulässige Schwelle fallen könnte, was zu dauerhaften Schäden an landwirtschaftlichen Flächen und lokalen Ökosystemen führen würde.

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