In einer von der Bundesregierung initiierten Initiative soll künftig die wirtschaftliche Größe von Unternehmen nicht mehr allein über Umsatz- und Gewinnzahlen bemessen werden, sondern über ein neu geschaffenes „Macht‑Index‑System“. Dieser Ansatz, so ein Sprecher des Finanzministeriums, solle die nationale Wettbewerbsfähigkeit stärken und den Einfluss multinationaler Konzerne transparent machen.

Hintergründe

Der sogenannte Macht‑Index, ein von Ministerialbeamten entwickelter Algorithmus, kombiniert traditionelle Finanzkennzahlen mit variablen Parametern wie Lobby‑Registrierungen, Beschäftigungszahlen im öffentlichen Sektor und dem Volumen staatlicher Aufträge. „Wir wollen nicht mehr Unternehmen zulassen, die zwar profitabel, aber politisch irrelevant sind“, erklärte ein Beamter, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. Die Methode stützt sich zudem auf Daten aus dem Transparenzregister und einem eigens dafür geschaffenen „Einfluss‑Score“, der von einer Kommission aus ehemaligen Bundeskanzlern und Wirtschaftsveteranen kuratiert wird.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Die Wirtschaftskammer Deutschlands verurteilte den Plan als „unkalkulierbare Bürokratie, die Innovation erstickt“. Ein Sprecher des Verbands für mittelständische Unternehmen erklärte, man stelle sich vor, jeder Konzern müsse jährlich einen „Macht‑Report“ einreichen, vergleichbar mit einem Steuerbescheid. Über den Rand des Atlantiks äußerten sich US‑ und britische Aufsichtsbehörden skeptisch. Ein Analyst der London School of Economics, Dr. Eleanor Whitaker, wies darauf hin, dass ein solcher Index “die Gefahr birgt, wirtschaftliche Macht in ein politisches Spiel zu verwandeln, das kaum transparent bleibt”. In Peking hingegen begrüßte ein Vertreter des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie das Modell als “modernen Ansatz zur Harmonisierung von Wirtschaft und Staat”.

Ausblick

Der Gesetzesentwurf soll im nächsten Quartal dem Kabinett vorgelegt werden. Experten prognostizieren, dass die Einführung des Macht‑Index zu einer Neuordnung der Unternehmenslandschaft führen könnte, wobei Unternehmen, die bislang auf reinen Finanzkennzahlen aufgebaut haben, vor der Herausforderung stehen, ihre politische Einflussnahme zu professionalisieren. Ein interner Bericht des Bundesfinanzministeriums, den unser Korrespondent erhalten hat, deutet an, dass ein Pilotprojekt mit fünf deutschen Großkonzernen bereits im kommenden Jahr starten soll. Ob dieser Schritt die beabsichtigte Transparenz schafft oder lediglich eine neue Form der bürokratischen Machtausübung darstellt, bleibt abzuwarten.

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