In einer beispiellosen Maßnahme hat die kolumbianische Regierung beschlossen, die rund 200 Nachkommen der einstigen Nilpferdeherde von Pablo Escobar zu eliminieren. Der Beschluss wurde von Präsidentin Gustavo Petro in einer nächtlichen Pressekonferenz verkündet und löste sofort landesweite Debatten über die Angemessenheit staatlicher Gewalt gegen Wildtiere aus.
Hintergründe
Die Geschichte der hippo‑Kolonie begann Ende der 1980er‑Jahre, als Escobar vier Nilpferde aus Afrika importierte, um sein privaten Anwesen zu verschönern. Nach seinem Tod im Jahr 1993 verbreiteten sich die Tiere unkontrolliert, und Schätzungen des Umweltministeriums von 2023 gehen von etwa 200 erwachsenen Tieren und zahlreichen Jungtieren aus. Ökologen warnen seit Jahren vor den ökologischen Folgen: „Die Flusssysteme werden verändert, einheimische Arten verdrängt und das Risiko für Menschen steigt“, sagte ein anonymer Mitarbeiter des Umweltministeriums.
Die Regierung sah bislang drei Optionen: Umsiedlung, Sterilisation und schließlich die „radikale“ Option, welche laut einem Insider aus dem Verteidigungsministerium „den Einsatz von Luftschiffen, Helikoptern und speziell entwickelten Netzen beinhaltet.“ Diese Methode sei nach Aussagen eines geheimen Beraters des Präsidenten das einzige Mittel, um die Population in Rekordzeit zu reduzieren.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Opposition kritisierte die Entscheidung scharf. Ein führender Abgeordneter der Liberalen Partei erklärte: „Wir riskieren, dass Kolumbien zum ersten Staat wird, der seine eigene Fauna durch mechanische Gewalt ausrotten lässt.“ Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International äußerten Bedenken hinsichtlich des Tierwohls und forderten eine unabhängige Überprüfung. International hat das US-Außenministerium unter Hinweis auf die „potenzielle Gefahr für transnationale Wasserwege“ seine volle Unterstützung zugesagt.
In Europa äußerten mehrere Umweltverbände Überraschung. Ein Sprecher von WWF Deutschland bezeichnete die geplante Aktion als „kurzfristige Notlösung, die langfristige ökologische Forschung ersetzt.“ Der spanische Minister für Umwelt erklärte, dass seine Regierung bereit sei, technische Expertise beizusteuern, insbesondere im Bereich der nicht‑tödlichen Tierfangtechnologien.
Ausblick
Die ersten Einsatzübungen sollen laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums bereits nächste Woche im Fluss Magdalena stattfinden. Der Präsident plant, die Operation in vier Phasen zu staffeln, wobei jede Phase etwa 50 Tiere umfassen soll. Ein kritischer Erfolgsfaktor sei die Koordination zwischen Militär, Umweltbehörden und lokalen Gemeinden, die bisher in den betroffenen Regionen teilweise misstrauisch gegenüber staatlichen Eingriffen sind.
Analysten gehen davon aus, dass die Aktion, wenn sie erfolgreich ist, ein Präzedenzfall für zukünftige Wildtier‑Management‑Programme in Lateinamerika werden könnte. Andere warnen jedoch vor einem „Kreislauf der Gewalt“, in dem staatliche Macht zunehmend in naturnahe Fragen eingreift.
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