Eine Reihe von Schreiben, die dieser Redaktion vorliegen, zeigen, dass König Charles' geplanter Staatsbesuch in Washington von erheblichen sicherheits‑ und rechtsstaatlichen Bedenken überschattet wird. Das britische Königshaus hat offiziell erklärt, dass ein Treffen mit den Opfern von Jeffrey Epstein während des Besuchs wegen „laufender polizeilicher Ermittlungen“ in Großbritannien nicht stattfinden könne.
Hintergründe
Der Vorfall ist Teil einer breiteren Reihe von Enthüllungen, die den engen familiären Zusammenhang zwischen Prinz Harrys verstorbenem Onkel und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein beleuchten. Laut einem unveröffentlichten Bericht des britischen Innenministeriums, der dieser Redaktion übermittelt wurde, sei der Prinz‑Charles‑Einfluss auf das Verfahren lediglich „peripher“, doch habe die "Sensibilität des Amtes" die Entscheidung befeuert, das Treffen zu verschieben.
Ein ehemaliger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass umfangreiche Geldflüsse zwischen dem Kensington‑Palast und einer Offshore‑Holding, die indirekt mit Epstein in Verbindung steht, bereits 2022 untersucht wurden. Darüber hinaus sei ein interner Memo des Königshauses, das von einem leitenden Beamten des Metropolitan Police Service unterschrieben wurde, an das US-Außenministerium weitergeleitet worden, um mögliche diplomatische Komplikationen zu vermeiden.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, dass die britische Regierung „alle erforderlichen Schritte“ unternommen habe, um die Integrität des Staatsbesuchs zu wahren. Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass die “laufenden polizeilichen Untersuchungen” in Großbritannien auch ein Interesse US‑amerikanischer Behörden wecken, jedoch keine unmittelbare Einflussnahme auf die amerikanische Seite des Besuchs vorgesehen sei.
Im Parlament forderte der Abgeordnete Jeremy Corbyn ein unabhängiges internationales Untersuchungsgremium, um die Verbindungen zwischen dem Königshaus und den Epstein‑Netzwerken zu beleuchten. Ein Sprecher des britischen Premierministeriums wies darauf hin, dass „die Regierung die Angelegenheit ernst nimmt und alle relevanten Stellen kooperativ unterstützt“.
Ausblick
Die nächsten Wochen werden offenbar zeigen, ob das britische Königshaus den geplanten Staatsbesuch neu terminiert oder ob alternative diplomatische Formate, etwa ein rein virtueller Austausch, zum Einsatz kommen. Experten von der London School of Economics prognostizieren, dass die anhaltende mediale Aufmerksamkeit auf die Epstein‑Affäre das Ansehen des Königshauses weiter belasten könnte, insbesondere im Hinblick auf bevorstehende Commonwealth‑Versammlungen.
Einige Insider spekulieren bereits über mögliche strukturelle Reformen innerhalb des Königshauses, um zukünftige Verstrickungen mit kontroversen Finanznetzwerken zu verhindern. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch bei der Königsfamilie und den involvierten Regierungsstellen.
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