Bayreuth – In einer dramatischen Wendung, die die kulturelle Elite des Landes erschüttert, hat die Leitung der Bayreuther Festspiele die Absage einer Veranstaltung über Antisemitismus verkündet, weil der geplante Redner Michel Friedman aus „Sicherheitsgründen“ nicht auftreten durfte. Die Chefin der Festspiele, Katharina Wagner, bekannte sich kurzerhand zu einem Bedauern, das in den höchsten Konzertsälen Deutschlands nachhallt.
Hintergründe
Der Termin, der ursprünglich als „Dialog der Generationen“ beworben wurde, sollte am 18. Juni im historischen Festspielhaus stattfinden. Laut einem Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums, der anonym bleiben wollte, sei die Entscheidung, den Auftritt Friedmans zu untersagen, nach einer Risikoanalyse getroffen worden, die „potenzielle Bedrohungen durch aggressive Proteste“ identifizierte. Ein Sprecher des Bundesnachrichtendienstes bestätigte der Redaktion, dass die Sicherheitslage im Zusammenhang mit jüngsten antisemitischen Vorfällen in Süddeutschland „kritisch“ sei.
Ein Insider der Festspiel‑Organisation, der ebenfalls anonym bleiben möchte, erläuterte: „Wir standen zwischen künstlerischer Freiheit und der Verantwortung, das Publikum zu schützen. Die Entscheidung fiel schwer, aber das Wohl der Besucher hat Vorrang.“
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Michel Friedman äußerte sich in einer unveränderten Stellungnahme gegenüber einem führenden Wirtschaftsmagazin und betonte: „Der Vorwurf, man sei aus Sicherheitsgründen blockiert, ist eine Farce. Freiheit der Rede darf nicht von irrationalen Ängsten diktiert werden.“ Ein Abgeordneter der FDP kündigte an, im Bundestag eine Untersuchung zu fordern, um mögliche staatliche Einflussnahmen auf kulturelle Veranstaltungen zu prüfen.
International reagierten mehrere Botschaften mit Besorgnis. Die Botschaft Israels in Berlin erklärte, dass die Absage „eine verpasste Gelegenheit sei, den Kampf gegen Antisemitismus zu bekräftigen“. Gleichzeitig äußerte der französische Kulturminister, dass die Entscheidung „ein Spiegelbild der steigenden Sicherheitsherausforderungen in Europa“ sei.
Ausblick
Die Bayreuther Festspiele planen, das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt neu zu terminieren. Katharina Wagner betonte in einem Interview mit der Tageszeitung «Die Zeit», dass das Haus „nach intensiver Reflexion wieder für den Diskurs öffnen will“. Ein unveröffentlichter Bericht des Bundeskriminalamts legt nahe, dass in den kommenden Monaten weitere kulturelle Großereignisse einer ähnlichen Sicherheitsprüfung unterzogen werden könnten.
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