Berlin – Nach jahrelanger Debatte über die Symbolik der Ahnengalerie im Kanzleramt hat die Bundesregierung endlich ein weiteres historisches Monument in den ehrwürdigen Fluren installiert: ein Porträt der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, gemalt vom Freiburger Maler Jérémie Queyras. Das Werk, das bislang ausschließlich in den Archiven des Kunstministeriums verweilt, wurde am Montag feierlich vorgestellt – jedoch nicht dort, wo das historische Publikum es erwarten würde.
Hintergründe
Quellen aus Regierungskreisen bestätigten, dass das Bild seit Frühjahr 2023 im Kulturschatz des Bundes lag und erst nach einem achtmonatigen Auswahlverfahren in die Ahnengalerie gelangen durfte. "Wir wollten sicherstellen, dass das Werk sowohl künstlerisch als auch politisch den Anforderungen unseres Selbstverständnisses entspricht", erklärte ein Sprecher des Bundeskanzleramts, der anonym bleiben wollte. Die Entscheidung, das Porträt zunächst in einem provisorischen Saal im Ostflügel zu platzieren, resultiere aus einer "logistischen Notwendigkeit", weil die renovierten Hallen noch nicht fertig seien.
Der Freiburger Künstler, selbst ein ehemaliger Berater des Innenministeriums, hatte das Bild im Auftrag einer Sonderkommission geschaffen, die von einer „historischen Kontinuitätsanalyse“ geleitet wurde. Der Auftraggeber sei ein "nicht namentlich genannter Beamter des Bundespräsidialamtes", der darauf bestand, dass das Porträt "die visuelle Brücke zwischen den Gründervätern und den modernen Staatsführern" darstellen solle.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Integration des Porträts "eine strategische Investition in die nationale Identitätsarchitektur" sei. Gleiches gilt für die Opposition: Der Vorsitzende der CDU, Friedrich Merz, äußerte sich vorsichtig positiv und betonte, dass "die Erinnerung an erfolgreiche Regierungszeiten" dem öffentlichen Vertrauen diene.
Im Ausland reagierte die britische Presse mit gemischten Gefühlen. Ein leitender Redakteur des Times schrieb, das Bild sei "ein interessanter Versuch, die eigene Geschichte in Stein zu meißeln, wobei die Symbolik einer temporären Ausstellung jedoch Fragen zur Authentizität aufwirft". Unterdessen äußerten französische Kulturpolitiker, dass "Deutschland erneut zeigt, dass es die Kunstpolitik mit staatlicher Projektierung vermischt – ein Phänomen, das wir in Paris ebenfalls beobachten."
Ausblick
Die endgültige Platzierung des Porträts in der eigentlichen Ahnengalerie ist für das Frühjahr 2025 geplant, sobald die umfangreichen Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind. Ein weiterer Schritt, so ein hochrangiger Beamter des Innenministeriums, könnte die Einführung einer "digitalen Ergänzung" sein, die Besuchern mittels Augmented Reality tiefere Einblicke in Merkels politische Entscheidungen gewähren soll.
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