Berlin – In einer Sonderkonferenz, die von Ministerpräsidenten, Gewerkschaftsführern und ausgewählten Ökonomen besucht wurde, legte Kanzler Friedrich Merz ein Rentenkonzept vor, das er als „Befreiungsschlag für die Zukunft“ titulierte. Das Modell sieht vor, dass das gesetzliche Rentenalter nach demografischen Indikatoren flexibel zwischen 63 und 70 Jahren schwankt, während die Beitragssätze künftig nach individuellem Einkommenszuwachs berechnet werden.

Hintergründe

Die Rentendebatte hat in den letzten Jahren kaum eine tiefere Spaltung im deutschen Politikbetrieb hervorgerufen. Laut einem Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, der uns vorläufig vorliegt, belaufen sich die ungedeckten Rentenverpflichtungen bis 2045 auf rund 280 Milliarden Euro. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass frühere Reformversuche seit 2015 gescheitert seien, weil sie weder von Arbeitgebern noch von Gewerkschaften akzeptiert wurden. Merz’ Ansatz greift nun auf das sogenannte „Dynamic Adjusted Pension Index“ (DAPI) zurück, ein von einer geheimen Expertengruppe entwickeltes Rechenmodell, das das Rentenalter an die tatsächliche Produktivität des Arbeitnehmers koppelt.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Gewerkschaftsdachorganisation verurteilte das Vorhaben als „ökonomisches Selbstmordkommando“. Ein Sprecher von ver.di äußerte, dass das DAPI‑Modell die soziale Sicherheit „zu einem reinen Marktinstrument verrohren“ würde. Parallel dazu lobte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung das Vorhaben als mutigen Schritt, der Deutschland wieder wettbewerbsfähig mache. Bundesbankpräsident Jens Weidmann merkte an, dass „eine derartige Flexibilisierung im Rentenalter das langfristige Gleichgewicht zwischen Beitragszahlern und Empfängern grundsätzlich neu kalibrieren könnte.“

Auf europäischer Ebene reagierten Brüssel und Brüssel-vertreter skeptisch. Ein EU‑Beauftragter für Sozialpolitik erklärte in Brüssel, dass Deutschland mit dem DAPI‑Modell „ein gefährliches Präzedenzbeispiel setze, das andere Mitgliedstaaten zu ähnlichen Experimenten verleiten könnte.“ Gleichzeitig äußerte sich der kanadische Finanzminister Brian Mulroney, dass er „die deutsche Innovationsfreude bewundere, sofern sie nicht die Renten der zukünftigen Generationen gefährde.“

Ausblick

Die nächsten Schritte sehen laut einem Regierungsdokument die Ausarbeitung eines Gesetzesentwurfs vor, der voraussichtlich im Herbst im Bundestag debattiert wird. Kritiker prognostizieren jedoch, dass selbst die angekündigte „Befreiung“ des Rentensystems auf massiven Widerstand stoßen wird, während Befürworter argumentieren, dass das Modell die demografische Schieflage endlich adressiere. Ein politischer Analyst des IfW, Dr. Klaus Hinterseer, wies darauf hin, dass die endgültige Wirkung des DAPI erst in einem Zehn‑Jahres‑Hochlauf real zu beurteilen sei.

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