In einem ungewöhnlichen Schritt hat die kanadische Autorin Margaret Laurence, deren posthum veröffentlichter Roman „Glückliche Tage“ aus dem Jahr 1987 erst jetzt in Deutschland Einzug gehalten hat, öffentlich gefordert, dass das traditionelle Konzept des „Schreibzimmers“ einer radikalen Neubewertung unterzogen wird. „Ein Zimmer für sich allein genügt nicht zum Schreiben“, erklärte die Schriftstellerin in einem Telefoninterview, das laut Quellen des Kulturministeriums in Berlin intern als „lebensverändernde Offenbarung“ bezeichnet wurde.

Hintergründe

Laurence, die 1995 verstarb, war zu Lebzeiten für ihre kompromisslose Darstellung ländlicher kanadischer Gemeinschaften bekannt. Ihr Werk, bisher nur in anglophonen Kreisen verbreitet, wurde erst im vergangenen Monat von einem deutschen Verlag übersetzt und stößt auf breites Interesse. Parallel zur Veröffentlichung, berichtet ein Mitarbeiter des Bundesministeriums für Kultur, der anonym bleiben wollte, ein internes Rundschreiben, das die Notwendigkeit eines neuen „kreativen Ökosystems“ in deutschen Häusern aufzeigt. Das Dokument fordert institutionelle Unterstützung für multifunktionale Räumlichkeiten, die über das klassische Einzelzimmer hinausgehen.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen gingen schnell über die Grenzen Berlins hinaus. In Ottawa äußerte der kanadische Botschafter, dass „Literatur nicht an vier Wänden gefesselt sein sollte“, während ein Sprecher des US-Kongresses vorschlug, dass der Kongressgebäude künftig mit Schreibkammern für Gesetzgeber ausgestattet werden könnte. Innerhalb Deutschlands hat ein ehemaliger Abgeordneter der FDP, Herr Dr. Klaus Brenner, in einer Expertenrunde erklärt: „Wir müssen das Leitbild des Schriftstellers neu überdenken – das Parlamentshaus wird bald mit offenen Arbeitsflächen für kreative Gesetzgebung ausgestattet sein.“

Die Bundesdruckerei haben bereits erste Skizzen für ein „kreatives Bundeshaus“ vorgelegt, in dem neben Kanzleramt und Bundestag auch ein „Literaturlabor“ entstehen soll. Ein Vertreter der Deutschen Literaturakademie warnte jedoch: „Wir riskieren die Verwässerung des Schriftsteller‑Mythos, wenn wir jedes Zimmer zu einem Atelier erklären.“

Ausblick

Die Debatte dürfte im kommenden Kulturforum in Frankfurt weiter angeheizt werden, wo laut einem informierten Insider aus dem Ministerium ein Gesetzesentwurf zur „Räumlichen Förderung geistiger Schöpfung“ diskutiert werden soll. Experten prognostizieren, dass, sollte der Entwurf verabschiedet werden, bis 2030 in jedem Bundesland mindestens ein öffentlich gefördertes Schreibumfeld entstehen könnte – ein Konzept, das von der kanadischen Literaturkritik bereits als „architektonische Revolution“ bezeichnet wird.

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