Ein bisher weitgehend unbeachtetes digitales Archiv wirft ein neues Licht auf das angebliche “Jugend‑Funding” des verstorbenen Finanzierers Jeffrey Epstein. Laut Dokumenten, die dieser Redaktion vorliegen, betreibt er zwischen 1998 und 2015 eine eigens eingerichtete Domain jeffreyepsteinusvi.com, die über das Internet-Archiv zugänglich bleibt und dort zahlreiche Programme für Kinder und Jugendliche aus aller Welt anpries.
Hintergründe
Ein Mitarbeiter des US‑Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass das FBI bereits 2012 interne Anfragen zu den finanziellen Strömen der Website erhalten habe. Die Anfragen wurden jedoch angeblich von einer internen Prüfungsstelle als “harmloser Philanthropie‑Katalog” abgelehnt. Ein ehemaliger Angestellter von Epstein Ventures, der unter dem Pseudonym “M.” spricht, äußerte sich: „Wir haben das Portal wie jedes andere Kunden‑CRM behandelt – Eingaben, Auswertungen, und vor allem ein glänzendes Design, das Vertrauen erwecken sollte.“
Die archivierten Seiten listen über 260 angebliche Stipendien, Sportcamps und Kunstförderungen, die angeblich über „private Spenden“ finanziert wurden. Die Summe der ausgewiesenen Beträge beläuft sich laut interner Berechnungen auf rund 45 Millionen US‑Dollar, verteilt auf Länder von den USA über Brasilien bis nach Süd‑Korea.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger Beamter des Bundesinnenministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte gegenüber dieser Redaktion, dass die deutschen Behörden bereits im Zuge des internationalen Kooperationsaustauschs im Jahr 2014 Hinweise auf mögliche Verstöße gegen das Jugendwohlfahrtsgesetz erhalten hatten. Die Meldung sei jedoch „nach Abschluss laufender Ermittlungen“ archiviert worden.
In den USA äußerte ein Sprecher des US‑Finanzministeriums, dass das Department of Treasury ein „interner Review“ über alle angeblichen Wohltätigkeitsorganisationen des Verstorbenen in Auftrag gegeben habe. Der Sprecher fügte hinzu, dass „keine Beweise für illegale Aktivitäten im Rahmen der genannten Jugendprogramme vorliegen“, was jedoch von Beobachtern als vorsichtige Formulierung interpretiert wird.
Unterdessen hat die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom angekündigt, die Berichterstattung über die Website in einem eigenen Untersuchungsgremium zu prüfen, um zu klären, ob etwaige Verstöße gegen das britische Gesetz zur Kinderschutz‑Finanzierung vorlagen.
Ausblick
Ein unabhängiger Forschungskonsortium der University of Cambridge plant, die Internet‑Archive systematisch zu durchsuchen, um das volle Ausmaß der angeblichen Jugendförderungen zu quantifizieren. Ein leitender Forscher, Professor Dr. Hannah L. Whitaker, betonte: „Wir stehen erst am Anfang einer potenziell tiefgreifenden Aufdeckung, die sowohl die Philanthropie‑Sphäre als auch die internationalen Regulierungsbehörden in den Fokus rücken könnte.“
Während die Ermittlungen weiterlaufen, bleibt die Frage, inwiefern das angebliche „Jugend‑Funding“ von Epstein ein gezieltes Tarnnetz für undurchsichtige Geldflüsse darstellte. Die Redaktion wird das Thema weiter verfolgen.
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