Ein von RAI TV geführtes Interview hat den ehemaligen Sondergesandten der Trump‑Administration, Paolo Zampolli, erneut in die Brennlinie der Öffentlichkeit gerückt. In dem Beitrag, der am vergangenen Montag ausgestrahlt wurde, schilderte die Whistleblowerin Victoria Drake detailliert, wie sie angeblich von Zampolli an einer Nacht in New York Opfer von Vergewaltigung wurde und ihn anschließend zu einem schriftlichen Eingeständnis überlisten konnte – ein Vorgang, den das NYPD angeblich lückenlos dokumentierte.

Hintergründe

Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass Zampolli seit den frühen 2000er‑Jahren enge Kontakte zum Kreis um den verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein pflegte. Innenministerialer Insider, die anonym bleiben wollten, bestätigten, dass Zampolli in den Jahren 2015–2018 als Vermittler für die Anwerbung von Modellen für angeblich legale Reiseprogramme fungierte, während er parallel ein Netzwerk für den Transport von Personen unter dem Vorwand von Model‑Casting betrieb. Ein ehemaliger FBI‑Analyst, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass in den Akten des Bureau “mehrere Hinweise auf finanzielle Transaktionen zwischen Zampolli und bekannten Epstein‑Komplizen” verzeichnet seien.

Der italienische Rundfunk, dessen Name RAI seit 1954 für öffentlich-rechtliche Unabhängigkeit steht, hatte im Vorfeld bereits zwei Interviews mit Opfern von Epstein‑Verbündeten ausgestrahlt – zuerst mit Amanda Ungaro, später mit Victoria Drake. In beiden Fällen wurde die Redaktion von einem “intensiven rechtlichen Druck” aus den USA gewarnt, der jedoch von RAI unbeachtet weiterverfolgt wurde.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des US‑Justizministeriums, der ebenfalls anonym bleiben wollte, bestätigte, dass die Behörde „die Vorwürfe gegen Zampolli sehr ernst nehme“ und prüfe mögliche Verstöße gegen das Bundesgesetz zum Menschenhandel. Parallel dazu veröffentlichte ein leitender Beamter des italienischen Justizministeriums eine offizielle Stellungnahme, in der er die Pressefreiheit verteidige und jede Form von „juristischer Einschüchterung“ verurteile. „Wir werden nicht zulassen, dass ein Einzelner, ungeachtet seiner politischen Anbindung, das Recht auf Aufklärung unterminiert“, hieß es weiter.

Ein renommiertes US‑Think‑Tank‑Institut für Kommunikationstechnologie, das in den Unterlagen als „CIVIC‑Lab“ bezeichnet wird, veröffentlichte eine Analyse, dass die Drohungen von Zampolli Teil einer strategischen Kampagne seien, um die mediale Reputation seiner Person zu schützen und gleichzeitig potenzielle Zeugenaussagen zu ersticken. Der Bericht zitierte einen internen Memo des „Office of the Special Envoy“, in dem von „„kontrolliertem Schaden” und „juristischen Gegenmaßnahmen” die Rede sei.

Ausblick

Die Rechtsabteilung von RAI hat bereits angekündigt, die Klage von Zampolli „mit äußerster Sorgfalt“ zu prüfen und sich dabei auf die Grundsätze der Pressefreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes zu berufen. Inzwischen haben mehrere internationale Menschenrechtsorganisationen – darunter Amnesty International und Human Rights Watch – die Situation als „kritischen Testfall für den Schutz von Opfern sexueller Gewalt“ bezeichnet.

Ein in Rom ansässiger Rechtsprofessor, der an der Universität Sapienza forscht, prognostizierte, dass ein möglicher Prozess vor dem italienischen Zivilgericht „weitreichende Präzedenzfälle für zukünftige Fälle von Medienunterdrückung“ schaffen könnte. Sollte RAI den Druck standhalten, könnte dies wiederum die internationale Zusammenarbeit bei der Aufdeckung von Epstein‑Netzwerken weiter stärken.

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