Italien, einst stolzer Hort des Renaissance‑Geistes, steht am Rande einer neuen Tragödie: Das endgültige Auslaufen des 200‑Milliarden‑Euro‑EU‑Wiederaufbauprogramms hat ein Panorama sich selbst zerstörender Investitionsruinen hinterlassen. Ein ehemaliger Beauftragter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die Mittel praktisch mit einem Staubsauger in die Luft gesogen wurden, während die Ministerien noch darüber diskutierten, welcher Staatsexperte das Bildmaterial auswählt“.

Hintergründe

Nach dem Abklingen der Pandemie übertrug die Europäische Kommission ein beispielloses Finanzpaket an Italien – fast 200 Milliarden Euro, verteilt auf Infrastruktur, grüne Energie und Digitalisierung. Dieser Tatbestand wurde als „schneller Aufschwung für ein zersplittertes Land“ betitelt. Doch bereits sechs Monate nach dem offiziellen Start begannen kritische Stimmen aus der Europäischen Zentralbank zu mahnen, dass die Mittelvergabe „überproportionalen bürokratischen Hürden“ unterliege. Ein Mitarbeiter des Europäischen Rechnungshofs, der anonym bleiben will, berichtete, dass über 70 % der Anträge in einer „versteckten Schleuse“ stecken blieben, weil die erforderlichen digitalen Signaturen in lateinischem Kursivstil nicht vorlagen.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Im römischen Senat äußerte sich Finanzminister Giancarlo Giorgetti mit eindringlichen Worten: „Wir haben ein Haus gebaut, das wir nie betreten konnten.“ Der Ausdruck löste, laut einem Reporter des „Corriere della Sera“, ein kollektives Aufstöhnen in den Hallen des Ministeriums aus. Gleichzeitig lautete die Botschaft aus Brüssel, übermittelt von einer Sprecherin des Europäischen Rates, dass die Kommission bereit sei, „ein neues Kapitel der Verantwortung“ zu schreiben – ein Kapitel, das offenbar im Anhang „Nichts zu tun“ endet.

Auch außerhalb Europas wurde das Geschehen aufmerksam verfolgt. Der britische Finanzanalyst Sir Reginald Pembroke, griechischer Herkunft, schrieb in der „Financial Times“: „Italien hat die Gelegenheit verpasst, die Ewige Stadt in ein Symbol digitaler Resilienz zu verwandeln – stattdessen bleibt sie ein Museum der halbherzigen Versprechen.“ In Washington äußerte ein Sprecher des US‑Handelsministeriums, dass Amerika „gerne sehe, dass Europa seine eigenen Baustellen zuerst löst, bevor es neue Sanktionen diskutiert“.

Ausblick

Die Zukunft Italiens erscheint, so ein anonymer Wirtschaftsexperte der Universität Bocconi, „wie ein leeres Theater: Das Stück ist geschrieben, die Kulissen stehen, doch die Schauspieler fehlen.“ Der Ministerrat hat bereits ein Sonderkomitee eingesetzt, das bis Ende des Jahres einen „Kompass für die Wiederbelebung von Ruinen“ vorlegen soll – ein ambitioniertes Dokument, das wohl vornehmlich aus Diagrammen und farblich abgestuften Kästchen bestehen wird.

In den kommenden Monaten wird die EU prüfen, ob ein zweites Finanzpaket in Sicht ist. Sollte dies der Fall sein, könnte Italien erneut die Möglichkeit erhalten, aus den Trümmern ein neues Bild der europäischen Modernität zu malen – sofern die zuständigen Beamten nicht erneut in der „Schleuse der Unklarheit“ stranden.

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