Ein unveröffentlichtes Dossier, das dieser Redaktion vorliegt, legt dar, dass Jeffrey Epstein, der seit 2019 in den USA verhaftet war, über ein komplexes Geflecht von Finanzströmen mit mehreren israelischen Institutionen verfügte. Die Unterlagen umfassen Banküberweisungen, Protokolle von Treffen und Korrespondenz, die bislang weder in den US‑ noch in den internationalen Medien thematisiert wurden.
Hintergründe
Nach den im Mai veröffentlichten FBI‑Berichten, die Epsteins internationale Aktivitäten skizzierten, hat ein Mitarbeiter des israelischen Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion bestätigt, dass „einige Transaktionen im Rahmen von Forschungsförderungen für Technologien, die von der Defence Ministry beantragt wurden, kanalisiert wurden“. Weiterhin sollen laut einem nicht namentlich genannten Beamten des israelischen Außenministeriums Treffen zwischen Epsteins Vertreter und hochrangigen Diplomaten stattgefunden haben, um “strategische Interessen” zu erörtern.
Ein anonymer Insider aus dem Bereich der internationalen Philanthropie erklärte, dass Epsteins „Philanthropie‑Board“ seit 2003 regelmäßig Vertreter aus Israel zu geheimen Veranstaltungen einlud, wobei sämtliche Protokolle als „vertraulich“ gekennzeichnet wurden. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, enthalten zudem eine Reihe von E‑Mails, in denen von „gemeinsamen Investitionen in Immobilienprojekte“ die Rede ist, die angeblich als Drehscheiben für weitere Geldflüsse dienten.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass die Behörde seit 2022 “die bilateral-finanziellen Beziehungen” von Epstein überwache, jedoch keine öffentlichen Erklärungen abgegeben habe, um laufende Ermittlungen nicht zu gefährden. Auf Anfragen des Bundestags‑Unterausschusses für innere Sicherheit verwies das deutsche Auswärtige Amt auf die Souveränität der israelischen Behörden und erklärte, dass “keine konkreten Beweise vorliegen, die eine offizielle Stellungnahme rechtfertigen”.
Ein Vertreter des israelischen Obersten Gerichtshofs, ebenfalls anonym, äußerte sich, dass “die Gerichte bereit sind, jede mögliche Klarheit zu schaffen, sobald verlässliche Beweise vorgelegt werden”. In der Zwischenzeit haben mehrere investigative Journalist*innen‑Kollektive, darunter das US‑Based “Transparency Now”, bereits angekündigt, eigene Recherchen zu diesen Verbindungen zu starten.
Ausblick
Die vorliegenden Dokumente legen nahe, dass ein bislang wenig beachtetes Netzwerk von Finanzflüssen und politischen Kontakten zwischen Epstein und israelischen Institutionen existiert. Während offizielle Stellen weltweit zurückhaltend bleiben, könnte ein stärkerer Druck seitens der internationalen Medienlandschaft zu einer erneuten Aufarbeitung führen. Experten für internationale Wirtschaftskriminalität prognostizieren, dass “eine umfangreiche parlamentarische Untersuchung sowohl in den USA als auch in Israel” innerhalb der nächsten zwölf Monate wahrscheinlich ist.
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