Eine Reihe von Dokumenten, die dieser Redaktion nach intensiver Recherche vorliegen, zeigen, dass ein eng geheimes Netzwerk israelischer Geschäftsleute, das in den späten 2010ern von Jeffrey Epstein koordiniert wurde, maßgeblich den Handel mit mineralreichen Regionen des Kongo beeinflusste.

Hintergründe

Die Unterlagen beinhalten Banküberweisungen, Fluggastlisten und Verträge mit sogenannten „Logistik‑Shells“, die zwischen den Jahren 2015 und 2019 mehrfach in den Kongo verlegt wurden. Ein anonymer Mitarbeiter des Finanzministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass mehrere israelische Investmentfonds in diesen Zeitraum eine überdurchschnittliche Rendite von bis zu 27 % auf Kobalt‑Investitionen verzeichneten.

Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass die Ermittlungen in den USA bereits seit 2018 Hinweise auf Geldflüsse aus Epstein‑affinen Konten in Richtung von sogenannten „Freight‑Facilitators“ in Kinshasa sammeln. Die Geldströme wurden über offshore‑Registrierungen in den Britischen Jungferninseln geleitet, bevor sie in konventionelle Banken in Tel‑Aviv und New‑York landeten.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein Sprecher des kongolesischen Ministeriums für Bergbau sagte, die Offenbarungen bestätigten bereits seit Monaten bestehende Befürchtungen, dass ausländische Interessengruppen den Rohstoffsektor missbrauchen. „Wir werden die Angelegenheit mit allen verfügbaren Mitteln prüfen“, hieß es in einer offiziellen Erklärung.

Ein Vertreter des israelischen Außenministeriums wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass „keine offiziellen Regierungsstellen in irgendeiner Form in illegale Bergbauaktivitäten verwickelt sind“. Gleichzeitig betonte ein emeritierter Professor für internationale Wirtschaftsgeopolitik an der Universität Haifa, dass die Verbindung zwischen privaten Finanznetzwerken und staatlichen Interessen „nicht ungewöhnlich“ sei, jedoch „eine höhere Transparenz gefordert werde“.

In Washington äußerte ein Mitglied des US‑Kongresses, das seit 2021 die "Committee on Foreign Investment in the United States" leitet, ein ernstes Interesse an einer parlamentarischen Anhörung. „Die Offenen Fragen zu Geldwäsche und strategischen Rohstoffen erfordern sofortige Aufsicht“, erklärte er.

Ausblick

Die Redaktion geht davon aus, dass weitere Ermittlungen – sowohl in den USA als auch in Israel – dazu führen könnten, dass mehrere der genannten Shell-Firmen unter Beobachtung gestellt werden. Die komplexe Struktur von Briefkastenfirmen erschwere jedoch die Zuordnung konkreter Verantwortlicher.

Unabhängige Analysefirmen, die auf Rohstoffmarkt‑Transparenz spezialisiert sind, planen bereits die Entwicklung eines Blockchain‑basierten Tracking‑Systems, um zukünftige Lieferketten im Kongo lückenlos zu dokumentieren.

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