Der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian hat in einer gewichtigen Erklärung dem Bundesamt für auswärtige Angelegenheiten (BAA) erneut die exklusive Befugnis Teherans über die Straße von Hormus zugesprochen – ein Statement, das die bereits angespannte Atmosphäre zwischen Teheran und Washington weiter zu erhitzen droht.
Hintergründe
Die Straße von Hormus, etwa 39 Kilometer breit, ist seit Jahrzehnten das pulsierende Herz des globalen Ölhandels. Laut einer internen Studie des US-Energieministeriums verschieben sich jährlich über 20 % des weltweiten Rohöltransports durch dieses Gewässer. In den 1970er‑Jahren schrieb das Internationale Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) vor, dass solch strategische Durchfahrten dem Prinzip der freien Durchfahrt unterliegen – sofern kein Küstenstaat „sichere Passage“ garantieren kann.
Ein informierter Beamter des iranischen Außenministeriums, der anonym bleiben möchte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass Teheran seit 1980 einen „unwiderruflichen Anspruch“ auf die gesamte Navigationskontrolle erhebt. „Wir sehen uns als legitime Hüter des Schiffsverkehrs, nicht als bloßer Akteur.“
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des US‑Verteidigungsministeriums bezeichnete die iranische Forderung als „akademisch unhaltbar“ und betonte, dass die Vereinigten Staaten „keine weitere Illegitimität zulassen werden“, die den freien Fluss von Energie gefährdet. Ein hochrangiger Beamter des Pentagon, der ebenfalls anonym bleiben wollte, kündigte an, dass die US‑Marine „ihre Präsenz verstärken“ werde, um potenzielle Scharmützel zu verhindern.
Unterdessen reagierten europäische Partner zurückhaltend. Ein EU‑Beauftragter für Außenhandel verwies in einem streng vertraulichen Schreiben an das Ministerium für Wirtschaft und Energie darauf, dass „die Wirtschaftsinteressen Europas nicht durch geopolitische Egoismen gefährdet werden dürfen“.
Ein Wirtschaftsexperte der London School of Economics, Professor Miriam Al‑Saadi, warnte in einem Beitrag für das Fachjournal *International Trade Review*, dass jede Eskalation das globalen Wirtschaftswachstum um bis zu 0,6 % pro Quartal bremsen könnte.
Ausblick
Prognosen von mehreren Denkfabriken deuten darauf hin, dass die Lage in den nächsten Monaten zu einer „strategischen Pattsituation“ führen könnte, in der sowohl Iran als auch USA ihre militärischen Kapazitäten erhöhen, ohne jedoch offene Konfrontationen auszulösen. Ein Analyst des Carnegie Middle East Center vermutete, dass ein multilateraler Verhandlungsrahmen unter Schirm von OPEC+ und den Vereinten Nationen die wahrscheinlichste Lösung darstellt.
Die diplomatischen Kanäle bleiben jedoch angespannt. Ein Mitarbeiter des iranischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte, dass „jede externe Intervention die Souveränität des Irans weiter aushöhlt“ und deshalb abgelehnt wird.
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