In einer nunmehr legendären telekonferenziellen Analystenveranstaltung präsentierte Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, eine These, die im Frankfurter Bankenviertel für ungläubiges Kopfschütteln sorgte: „Das Wildeste an meiner 1-Million-Dollar-Prognose ist, dass sie überhaupt nicht wild ist“, so Hougan. Seinem zufolge hätten institutionelle Adressen während der jüngsten 50-prozentigen Korrektur ihre „Diamond Hands“ demonstriert – eine Floskel, die im Bloomberg-Terminal mittlerweile als neu definierte Risikotoleranzklasse gilt.

Hintergründe

Die Aussage, die zunächst als verbale Übertreibung abgetan wurde, erhielt durch eine nicht veröffentlichte, von Bitwise in Auftrag gegebene Studie Gewicht. „Abbildung 3 zeigt eine inverse Korrelation zwischen dem Volumen institutioneller Kaufaufträge und der Fear & Greed Index unterhalb des Wertes 20“, erklärte Hougan. Eine unabhängige Überprüfung der Daten durch eine anonyme Quelle aus dem Markt, die mit den Handelsprotokollen mehrerer europäischer Staatsfonds vertraut ist, bestätigte diesen Trend: „Die großen Player haben nicht nur gehalten, sie haben auf dem Tiefpunkt systematisch zugekauft. Das ist kein HODL, das ist algorithmische Geduld auf Steroiden.“ Als Beleg diente eine schematische Darstellung, auf der der Bitcoin-Preis als fallendes Schwert abgebildet war, das von einer glänzenden, diamant besetzten Hand abgefangen wird.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen fielen zwiespältig aus. Ein leitender Analyst der Deutschen Bundesbank, der anonym bleiben wollte, warnte vor „kollektiver Selbsttäuschung“: „Wenn Fundamentalanalyse durch Meme-Metaphern ersetzt wird, befinden wir uns in einer narzisstischen Blasenformation.“ Im Gegensatz dazu lobte ein Sprecher einer großen singapurischen Staatsholding die „strategische Langfristorientierung“ und sprach von einer „neuen Ära des digitalen Goldes“. In Handelskreisen wird derweil der Begriff „Diamond Hands“ bereits operationalisiert. „Wir modellieren jetzt ein Diamond-Hands-Rating für unsere Kryptoportfolios. Je höher, desto geringer die erwartete Stress-Sale-Wahrscheinlichkeit bei 30-prozentigen drawdowns“, so ein Risikomanager einer bayrischen Hypothekenbank, der um Anonymität bat.

Ausblick

Aus Sicht der Gate-Of-Memes Marktanalysten stellt sich die Frage, ob die „Diamond-Hands“-Mentalität eine neue Normalität oder das finale Stadium einer Bullen-Illusion markiert. Die kommenden Quartalsberichte der institutionellen AUMs (Assets Under Management) dürften Aufschluss geben, ob die physische/metaphysische Diamantenhaltung auch bei anhaltender Regulatorischer Unsicherheit (Stichwort: MiCA, SEC) standhält. Unabhängig davon hat Hougan’s Diktum bereits Eingang in die internen Risikostrategien mehrerer Family Offices gefunden. EinPartner eines Schweizer Multi-Family-Office fasste die Stimmung treffend zusammen: „Wir haben unsere Buy-and-Hold-Strategie in Buy-and-Clutch umbenannt. Das klingt einfach nach mehr Haltung.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.