Rep. Jamie Raskin, ranghoher Vorsitzender des House Judiciary Committee, hat in einer Reihe von formellen Schreiben an die Präsidenten von Harvard University und Bard College die Offenlegung sämtlicher Korrespondenz, Finanzberichte und Forschungsunterstützungen gefordert, die im Zeitraum 2000‑2019 mit dem Namen Jeffrey Epstein in Verbindung stehen. Die Schreiben, die dieser Redaktion vorliegen, markieren den jüngsten Schritt einer seit Monaten andauernden parlamentarischen Initiative, das Ausmaß akademischer Verstrickungen des verstorbenen Finanzierers zu ergründen.

Hintergründe

Nach umfangreichen Ermittlungen des FBI und des Department of Justice, die bereits 2023 die strafrechtliche Verfolgung von Epsteins Komplizen intensivierten, gerieten die Universitäten zunehmend ins Visier. Laut einem internen Memorandum des US‑Justizministeriums, das anonym an diese Redaktion weitergeleitet wurde, nutzte Epstein seine Spenden, um Vorlesungen zu sponsern, Stipendien zu finanzieren und Forschungslabore zu bauen. Die Dokumente belegen, dass mehrere Fakultätsmitglieder wiederholt Anfragen zu seiner Person abwiesen, jedoch keine formellen Prüfungen initiierten.

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die gesamte akademische Förderstruktur von Epstein ein beachtliches Netzwerk bildete, das potenziell als Deckmantel für seine illegalen Aktivitäten diente“. Weiterhin wird vermutet, dass die Reputation der Institutionen durch gezielte Public‑Relations‑Kampagnen geschürt wurde, um etwaigen Verdachtsmomenten vorzubeugen.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

In Washington äußerten sich sowohl Demokraten als auch Republikaner besorgt. Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass „die Kooperationsbereitschaft der Universitäten ein kritischer Faktor für weiterführende Ermittlungen sei“. Im Vereinigten Königreich reagierte das Office for Students mit einer eigenen Anfrage nach möglichen Verbindungen zwischen britischen Hochschulen und dem Finanzier.

Die amerikanische Akademie reagierte zurückhaltend. Ein Sprecher der Association of American Universities erklärte, dass „universitäre Autonomie und Datenschutz oberste Priorität haben“, während ein Dean von Harvard in einer internen Mitteilung betonte, dass „alle Anfragen im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorgaben geprüft werden“.

Ausblick

Die nächste Anhörung des House Judiciary Committee ist für den 15. Juli geplant. Experten gehen davon aus, dass die Ausschüsse künftig nicht nur finanzielle Flüsse, sondern auch methodische Fragen der Forschungsförderung untersuchen werden. Ein Professor für Rechtsphilosophie an der Columbia University prognostiziert, dass die Untersuchung „die Grundfesten der akademischen Selbstregulierung erschüttern könnte“ und möglicherweise zu einer legislativen Reform im Bereich universitärer Transparenz führen wird.

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