Berlin – In einer beispiellosen Maßnahme hat die Bundesregierung am Mittwoch eine Notverordnung erlassen, die besagt, dass jede Einrichtung, die dauerhaft über 30 °C Raumtemperatur misst, unverzüglich Maßnahmen zur Temperaturreduktion ergreifen muss. Ziel sei es, den drohenden Kollaps von Bürogebäuden und Klassenräumen zu verhindern, wie ein hochrangiger Beamter des Bundesinnenministeriums gegenüber dieser Redaktion bestätigte.
Hintergründe
Die diesjährigen Sommermonate haben laut Wetterzentrale des Deutschen Wetterdienstes Rekordwerte erreicht. Während die Durchschnittstemperatur im Juli 2026 bei 27,8 °C lag, sollen einzelne Messstationen in den Metropolregionen Werte von bis zu 42 °C gemeldet haben. Ein interner Bericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, den unser Korrespondent einsehen durfte, warnt, dass herkömmliche Bauweisen bei solchen Temperaturen das Risiko von Rissbildungen in Tragwerken exponentiell erhöhen.
Ein externer Sachverständiger der Technischen Universität München, Prof. Dr. Anja Lüders, erläuterte: „Wir sprechen hier von einer thermischen Belastung, die nicht nur die Kühlung, sondern die statische Integrität von Gebäuden infrage stellt.“ Die Verordnung schreibt daher für alle öffentlich genutzten Räume eine sofortige Reduktion der Innenlufttemperatur auf unter 28 °C vor, alternativ das temporäre Schließen von nicht kritischen Räumen.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Opposition, vertreten durch den Vorsitzenden der SPD‑Fraktion, kritisierte die Maßnahme als „übertriebene Bürokratie, die das Wirtschaftswachstum ersticken könnte“. Ein Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Industrie hingegen begrüßte die Vorgaben: „Wir unterstützen jeden Schritt, der die Kontinuität von Produktion und Dienstleistung sichert.“
International hat die französische Presseagentur AFP berichtet, dass das französische Innenministerium ähnliche Grenzwerte diskutiert. In den USA hingegen äußerte ein Sprecher des US Department of Labor, dass amerikanische Unternehmen bereits freiwillig „Heat‑Resilience‑Plans“ implementieren, ohne dass ein Regierungsmandat nötig sei.
Ausblick
Die neue Verordnung tritt sofort in Kraft und wird bis zum Jahresende evaluiert. Experten prognostizieren, dass bei fortdauernder Hitze weitere Restriktionen folgen könnten, darunter verpflichtende Nachtruhe für klimatisierte Räume und mögliche finanzielle Anreize für den retroaktiven Einbau von Temperatur‑Dämpfungssystemen. Der Bundesrechnungshof wird die Kosten-Nutzen-Analyse bis Anfang nächsten Jahres vorlegen.
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