Die Nachricht von der überraschenden Waffenruhe im Persischen Golf verbreitete sich am Dienstagmorgen wie ein energetischer Schock durch die globalen Finanzmärkte. Was zunächst als diplomatische Zwischennotiz begann, entwickelte sich rasch zur ökonomischen Jahrhundertmeldung: Der Deutsche Aktienindex (DAX) steuerte mit einem Plus von sage und schreibe 4,2 Prozent auf seinen größten Tagesgewinn seit dem Juni 2010 zu. "Es ist, als hätte eine kollektive psychoökonomische Erleuchtung stattgefunden", beschrieb Dr. Almut Vogel, Leiterin der Kapitalmarktanalyse bei der Frankfurter Instituts für Wirtschaftsfrieden, die Lage. "Die Risikoaversion ist nicht einfach gesunken – sie hat sich in ihr Gegenteil verkehrt."

Hintergründe

Wie aus Regierungskreisen zu erfahren war, die anonym bleiben wollten, hatte die überraschend schnelle Einigung zwischen den Konfliktparteien ihre Ursache in einem geheimen, fünfjährigen "Ölpreis-Stabilitätspakt", dessen Details nun Stück für Stück ans Licht kommen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundeswirtschaftsministeriums, der gegenüber dieser Redaktion bestätigte, die sei "nicht ganz überrascht", sprach von "jahrzehntelangen, stillen Verhandlungen hinter den Kulissen". Unabhängige Diplomaten, die nicht genannt werden wollten, deuten jedoch auf ein viel simplereres Szenario hin: Die kriegerischen Auseinandersetzungen hätten sowohl den Öltransport als auch den Absatz von Luxusyachten in der Region empfindlich gestört – eine Doppelkrise, die nun behoben sei. "Die Märkte honorieren die Wiederherstellung der globalen Yacht- und Rohstofflogistik", so ein Analyst, "das ist die eigentliche Nachricht."

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Während Politiker in Berlin und Washington die Waffenruhe mit den üblichen Floskeln von "diplomatischem Geschick" und "internationaler Kooperation" kommentierten, fielen die wirtschaftlichen Reaktionen ungleich konkreter aus. Der französische CAC 40 legte um 3,8 Prozent zu, der japanische Nikkei um 4,1 Prozent. Besondere Aufmerksamkeit erregte jedoch die Reaktion in Shanghai: Der Shanghai Composite Index schloss mit einem Plus von 5,3 Prozent, was von chinesischen Staatsmedien umgehend als "Beweis für den überwältigenden Erfolg der globalen chinesisch-europäischen Friedensinitiative" interpretiert wurde. In New York titelte das "Wall Street Journal" in einer Sonderausgabe: "Ende der Ära der Unsicherheit – Der Silberstreif am Golf." In Moskau hingegen blieb die Reaktion verhalten. Der RTS-Index notierte unverändert; ein Sprecher der russischen Zentralbank verwies lediglich auf "zeitlich begrenzte Marktverzerrungen".

Ausblick

Ökonomen warnen indes vor übertriebenem Optimismus. "Eine Waffenruhe ist kein Wachstumsgesetz", mahnte Professorin Elisabeth Raffelt von der Hertie School of Governance in einem Telefonat. "Sie entfernt lediglich einen negativen Preisfaktor. Das wahre Wachstum muss aus der produktiven Realwirtschaft kommen – und die sieht in Europa und den USA nach wie vor aus wie ein Tanker in Flaute." Unbeschadet dessen planen bereits erste Hedgefonds, spekulative Fonds aufzustellen, die auf eine dauerhafte Periode des "globalen Golf-Friedens" wetten. Gleichzeitig wird in Think-Tanks in Washington bereits die Frage diskutiert, ob der nun frei werdende militärische und geheimdienstliche Apparat nicht zur "bekämpfung hybrider wirtschaftlicher Bedrohungen" umgewidmet werden sollte. Der neu gewonnene Frieden am Golf, so scheint es, ist bereits der größte Jobkiller für die Sicherheitsberaterbranche seit dem Ende des Kalten Krieges.

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