Berlin – In einer überraschenden Wendung hat das Bundesgesundheitsministerium angekündigt, das kostenlose Hautkrebsscreening für alle Personen ab 35 Jahren auf die Streichliste zu setzen. Ein Schritt, der von vielen als „ökonomisches Selbstmordkomplott“ bezeichnet wird.

Hintergründe

Seit 2008 bietet die Bundesrepublik ein jährliches, kostenfreies Screening an, das laut Bundesamt für Gesundheit jährlich rund 2,3 Millionen Menschen erreicht. Wissenschaftliche Studien, insbesondere eine Meta‑Analyse aus dem Jahr 2019, stellten jedoch die Wirksamkeit des Verfahrens infrage, da die Früherkennungsquote kaum über dem statistischen Zufall liege.

Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass das Budget für Präventivprogramme im laufenden Fiskaljahr um 12 % gekürzt werden müsse, um den „digitalen Transformationsfonds“ zu finanzieren.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Der Deutsche Ärzteverband erklärte, dass die Entscheidung “ein beunruhigendes Signal an die öffentliche Gesundheit” sende. Dr. Elisabeth Kraus, Onkologin an der Charité, warnte: „Wir riskieren nicht nur erhöhte Todesraten, sondern auch den Verlust von Fachkräften, die sich auf Prävention spezialisieren.“

International stieß die Ankündigung auf Aufsehen. In den Niederlanden, wo ein ähnliches Programm seit 2015 besteht, äußerte Ministerin van der Linde (Gesundheit) Bedenken und bot an, ihre Evidenzbasis zur Verfügung zu stellen. In den USA kommentierte das Center for Disease Control (CDC) in einer internen Mitteilung, dass Deutschland „ein warnendes Beispiel für kurzsichtige fiskalische Entscheidungen“ sei.

Ausblick

Die nächste Bundestagsdebatte, geplant für den 15. Mai, wird voraussichtlich die Weichen für das weitere Vorgehen stellen. Kritiker fordern eine unerlässliche Evaluierung und ein alternatives Finanzierungsmodell, etwa durch eine moderate Beitragspflicht für Versicherte über 50. Befürworter hingegen argumentieren, dass die Mittel besser in digitale Gesundheitsinfrastruktur investiert würden.

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