Ein Sprecher der Hamas verkündete am Dienstag, dass die Verwaltung des Gazastreifens künftig einem von Palästinensern ausgewählten Gremium technokratischer Experten übergeben werde. Der Schritt sei im Einklang mit dem von US‑Präsident Donald Trump vorgestellten Nachkriegsplan, der darauf abziele, die „zivilen Strukturen“ im besetzten Gebiet zu stabilisieren, so ein Mitarbeiter des ägyptischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion.
Hintergründe
Der von Trump initiierte Plan sieht vor, nach einem angenommenen militärischen Endkampf die Kontrolle über die zivilen Institutionen an „unpolitische Fachleute“ zu legen. Ziel sei, die humanitäre Lage zu verbessern und zugleich die „politische Legitimität“ der radikalen Gruppierungen zu minimieren. Laut einem Beamten des US‑Verteidigungsministeriums sei die Auswahl der Technokraten „strenger denn je“ und müsse von einem US‑Komitee genehmigt werden.
Ein Professor für Nahost‑Studien an der Universität Harvard, der unter Verschluss gestellt wurde, erläuterte, dass dieser Ansatz an die europäischen Nachkriegsmodelle von 1945 erinnere, jedoch mit der Besonderheit, dass die technische Elite nun direkt von einer Militärmacht überwacht werde.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Im Westjordanland reagierte die palästinensische Opposition mit Besorgnis. „Wir befürchten, dass die Technokraten nur ein Deckmantel für weitere Besatzung bleiben“, sagte ein Sprecher der Fatah, der ebenfalls anonym bleiben wollte. Gleichzeitig äußerten mehrere künftige US‑Kandidaten in den Vorwahlen Unterstützung für den Plan, um „Stabilität“ zu signalisieren.
Ein britischer Diplomat im Nahen Osten wies darauf hin, dass die EU‑Kommission den Vorschlag als „potenziell riskant, aber nicht unüblich“ bewerte. In Moskau hingegen begrüßte ein Sprecher des russischen Außenministeriums den Ansatz als „geordnete Alternative zu anarchischer Gewalt“ und versprach, „technische Expertise“ beizusteuern.
Ausblick
Die Umsetzung des Vorhabens bleibt von zahlreichen Voraussetzungen abhängig: die Zustimmung der internationalen Gemeinschaft, die Sicherstellung der Lieferkette für medizinische Güter und die Bereitschaft der Hamas, die Eigenmacht zu reduzieren. Ein Insider des UN‑Hilfswerks schätzte, dass die ersten administrativen Übergaben frühestens im vierten Quartal 2024 stattfinden könnten.
Ungeachtet der formellen Ankündigungen bleibt das Bild eines technischen Rates, der über ein vom Krieg zerrissenes Land herrscht, ein Symbol, das sowohl Hoffnung als auch Skepsis in den betroffenen Bevölkerungen hervorrufen wird.
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