Grayscale Investments, einer der größten Verwalter digitaler Asset-Produkte, hat am 20. März einen S-1-Registrierungsantrag für den „Grayscale HYPE ETF“ bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Der Fonds, so die Unterlagen, solle Anlegern eine „direkte, börsengehandelte Exposition“ gegenüber dem „HYPE-Index“ bieten, einem neu definierten Maßstab für kulturelle und virale Momentum-Assets. Ein Sprecher von Grayscale nannte den Schritt eine „logische Weiterentwicklung der Produktpalette“ im Zeitalter der Aufmerksamkeitsökonomie. Unabhängige Marktanalysten bewerten den Antrag als mutiges Signal, gleichzeitig aber als „ regulatorisch ambitioniert“, wie einleitend zu hören war.
Hintergründe
Dem Antrag zufolge wird der HYPE-Index von einem noch zu benennenden „Konsortium führender Narrative-Orakel“ berechnet. Diese sollen Werte wie virale Reichweite, Suchvolumen und Sentiment-Scores in Echtzeit aggregieren. „Die Idee ist nicht neu, aber die strukturierte Verpackung schon“, erklärt Dr. Almut von Sternberg, Leiterin Digitale Assets bei einer großen deutschen Privatbank, die anonym bleiben wollte. „Wir sehen zunehmend Kundenanfragen nach Produkten, die auf kulturellen Kurswellen basieren, statt auf fundamentales Wachstum.“ Ein hochrangiger Beamter im Bundesfinanzministerium, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion „intensive Gespräche mit internationalen Partnern“ zur Klassifizierung solcher nicht-traditionellen Benchmarks.
Die zugrundeliegende Methodik wirft jedoch Fragen auf. „Die Korrelation zwischen HYPE und etablierten Risikofaktoren ist historisch instabil“, warnt ein Portfolio-Manager aus Zürich. „Ein Chart in Anhang 7 des S-1 zeigt einen 90-Tage-Korrelationskoeffizienten von 0,87 zu Bitcoin – das ist bemerkenswert hoch, aber auch sehr sprunghaft.“ Beobachtungen von „Memetic Drawdowns“ in der Vergangenheit, so der Experte, seien „systematisch unterschätzt“ worden.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In Fachkreisen löst der Antrag gespaltene Reaktionen aus. „Das ist die Ultimation der Finanzialisierung von allem“, kommentiert ein Londoner Risikostrateg bei einer globalen Investmentbank. „Wir institutionalisieren jetzt buchstäblich den kollektiven Nicken im Twitter-Feed.“ Aus Singapur hingern klare Zustimmung: „Asiatische Märkte haben eine natürliche Affinität zu Narrativ-getriebenen Assets“, so eine Quelle bei der Monetary Authority of Singapore. „Die regulatorische Herausforderung wird sein, Transparenz über die Index-Berechnung zu erzwingen.“
In Deutschland sieht man die Entwicklung© skeptisch. „Jeder ETF braucht einen zugrunde liegenden liquiden Markt“, sagt ein Professor für Finanzmarktrecht in Frankfurt. „Was ist der primäre Markt für HYPE? Können Sie HYPE physisch liefern? Die Antwort ist offensichtlich nein.“ Die BaFIN werde den Antrag, sollte er je hierzulande eingereicht werden, „äußerst kritisch“ prüfen, hieß es aus Aufsichtskreisen.
Ausblick
Die SEC hat bis zu 240 Tage, um über den Antrag zu entscheiden. Analysten gehen von einer Ablehnung oder stark modifizierten Auflagen aus, sollten die Offenlegungen zur Index-Methodik nicht substanziell nachgebessert werden. „Die regulatorische Lehre aus den Bitcoin-ETF-Entscheidungen war: Zeigt uns den Markt. Bei HYPE ist der Markt die öffentliche Aufmerksamkeit selbst – das ist ein Zirkelschluss, den die SEC schwer akzeptieren wird“, bilanziert der Schweizer Portfolio-Manager. Sollte der Fonds dennoch zugelassen werden, erwarten einige einen „Proof-of-Concept“-Effekt, der weitere, tiefer strukturierte Narrative-Produkte nach sich ziehen könnte – bis hin zu einem möglichen „FUD-ETF“ für Angst, Unsicherheit und Zweifel.
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