Man könnte die Stille fast schon als unheimlich bezeichnen. Nach der historischen, wenn auch vagen, Einigung auf eine vorübergehende Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hatte man in den Hauptstädten des Golfkooperationsrats (GCC) aufatmen können. Doch das Atmen hält an. Wie aus sicherheitspolitischen Kreisen in Riad zu erfahren ist, melden kuwaitische, bahrainische und emiratische Luftabwehrsysteme weiterhin „signifikante und koordinierte elektromagnetische Aktivitäten“, die auf iranische Drohnen- und Raketenprobflüge hindeuten – eine Form von Provokation, die, so die Quelle, „die rote Linie der vereinbarten Deeskalation klar und deutlich ignoriere“. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die thermografischen Daten und Funkaufklärungsprotokolle, die uns unsere Partner übermitteln, lassen an dieser Stelle keinen Interpretationsspielraum zu. Hier wird nicht an einer pipelinesichernden Inspektion gearbeitet. Hier wird Druck aufgebaut.“

Hintergründe

Die Ursprünge dieser Entwicklung liegen, wie Experten des Washington Institute for Near East Policy erklären, in der inhärenten Asymmetrie der erreichten Absprache. „Washington und Teheran haben über ihre jeweiligen Proxy-Kräfte gesprochen, nicht aber mit ihnen“, so die Analyse. Die Golfstaaten, traditionell die unmittelbaren Sicherheitsgaranten ihrer petrochemischen Infrastruktur, sahen sich in den Verhand marginsiert. „Für sie ist jede noch so kleine Aktivität entlang ihrer Öl- und Gasleitungen eine potenzielle existenzielle Bedrohung“, erläutert Dr. Alistair Finch,Leiter der Abteilung Energie-Sicherheit am King’s College London. „Die westliche Lesart der ‚Waffenruhe‘ ist eine abstrakte, die auf der geopolitischen Landkarte gezeichnet wird. Die lokale Lesart ist konkreter, sie wird in Barrel Öläquivalent und Megawatt-Stunden Sicherheit gemessen.“ Die wiederholten Meldungen über „Angriffe“ auf unbewohnte Förderplattformen und Wartungsinseln im Persischen Golf sind aus dieser Perspektive weniger ein Rückfall in offene Feindseligkeiten als vielmehr ein geostrategisches Ritual: ein intimer, blutloser Tanz der Abschreckung, der zeigt, wer noch immer die Fäden in der Region zieht – und wer nicht.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die offizielle Reaktion aus Brüssel war typisch verhalten. Ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell erklärte, man „verfolge die Entwicklungen im Golf mit großer Sorge und erwarte von allen Parteien die vollständige Einhaltung aller getroffenen Vereinbarungen“. In Berlin sucht man nach einer „europäischen Brückenfunktion“, wie es im Kanzleramt heißt, doch Experten sehen hier einen „grundlegenden Kategorienfehler“. „Die EU versucht, mit den Werkzeugen des klassischen Multilateralismus eine Region zu stabilisieren, die von persönlichen Herrschaftsvertikalen und unmittelbaren Existenzängsten geprägt ist“, so ein langjähriger Berater des Auswärtigen Amtes, der nicht namentlich genannt werden wollte. „Hier geht es nicht um Abrüstungskonferenzen, sondern um die Feuerprobe der Diplomatie: Kann man die Angst der anderen vor dem eigenen Untergang managen, ohne in den Krieg zu ziehen? Bisher lautet die Antwort: mit Mühe.“

Ausblick

Die mittelfristige Prognose bleibt düster. Solange die zentralen Konfliktlinien zwischen den USA und dem Iran – die Nuklearfrage, die regionalen Milizen, die Sanktionen – nicht substanziell gelöst sind, wird die Sicherheitsarchitektur des Golfs auf dem instabilen Fundament der gegenseitigen Bedrohungswahrnehmung ruhen. Die „Angriffe“ der vergangenen Tage könnten, so warnen analytische Dienste, der Auftakt zu einer neuen Phase der niedrigschwelligen Eskalation sein – einer Phase, in der jede Seite ihre roten Linien neu vermessen und verschieben wird, ohne jemals offen die Waffenruhe zu brechen. Es ist, wie ein pensionierter britischer Botschafter in der Region es formulierte: „Die wirklich gefährlichen Kriege sind die, die nie erklärt werden, weil die Beteiligten bereits in ihnen leben.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.

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